Franziska Schulz

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Beteiligungspreis für Kinder und Jugendliche

Das sind die Gewinner der Goldenen Göre 2017

Die Goldene Göre des Deutschen Kinderhilfswerkes geht dieses Jahr an das Projekt "Generation Z" aus Bonn. Damit können sich die Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro freuen. Mit der Goldenen Göre werden Projekte ausgezeichnet, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken. Deutschlands renommiertester Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert und wurde am 18. Juni im Europa-Park in Rust verliehen.

1. Preis

Projekt "Generation Z – kann doch was" aus Bonn

Beim Projekt „Generation Z – kann doch was“ inszenieren Kinder und Jugendliche ohne professionelle Hilfe von Erwachsenen Musicals für einen guten Zweck. Ausgangspunkte der Musicals sind ein Märchen und ein von den Beteiligten identifiziertes gesellschaftliches Problem, wie beispielsweise die Missachtung von Kinderrechten. Das Märchen wird entsprechend umgeschrieben und als Musical auf die Bühne gebracht. Die Choreografien, das Bühnenbild, die Songs, die Kostüme: Alles wird gemeinsam von den Jugendlichen erarbeitet. Bei den Aufführungen sammeln die Mitwirkenden dann Spenden, um damit Kinder und Jugendliche in Not zu unterstützen.

2. Preis

Projekt "Lebenswege Jena"

Beim Projekt "Lebenswege Jena" organisierten einheimische Kinder und Jugendliche Erzählcafés, in denen sich geflüchtete Kinder und Jugendliche mit Seniorinnen und Senioren aus Jena trafen, die im oder nach dem 2. Weltkrieg selbst flüchten mussten. Während der Erzählcafés entstanden Filmaufnahmen, die dann als Dokumentarfilm im Kino gezeigt und im Internet veröffentlicht wurden. Der Film zeigt Parallelen der Fluchtgeschichten auf und trägt mit berührenden Bildern und Erzählungen so zu einem besseren gegenseitigen Verständnis bei. Zudem führt das Projekt Betroffene zusammen, die sich in ihrem Alltag sonst nicht begegnen würden.

3. Preis und Sonderpreis des Europa-Park JUNIOR CLUB

"Kinder gestalten selbständig den Gruppenraum" aus Künzelsau

Bei diesem Projekt haben Kinder in der Kita KiKu Würtholino in Künzelsau, die zu einer neuen Kindergartengruppe zusammengelegt wurden, ihren eigenen individuellen Gruppenraum gestaltet. Jedes Kind erhielt einen Bauplan und auf Papier gedruckte Möbelstücke, mit denen sie ihre Ideen für den neuen Gruppenraum ganz nach ihren Vorstellungen darstellen konnten. Da die Wünsche der Kinder unterschiedlich waren, wurden die verschiedenen Vorschläge besprochen und die Gestaltung letztlich durch die Kinder entschieden. Schließlich beteiligten sie sich dann beim Auspacken und Aufbauen der Möbel . So entstand ein Raum, den die Kinder als ihren eigenen anerkennen können. Im Prozess dahin haben sie ganz nebenbei verschiedene Instrumente der Demokratie kennengelernt. 

4. Preis

Das Projekt „Anstoß für MENSCHLICHKEIT“ aus Bielefeld 

"Anstoß für MENSCHLICHKEIT" ist ein Integrationsprojekt, in dessen Mittelpunkt im Sommer 2017 zum wiederholten Male ein großes Fußball-Wohltätigkeitsturnier steht. An diesem Turnier sollen wie in der Vergangenheit sowohl einheimische Jugendliche aus Bielefeld als auch junge Flüchtlinge aus mehreren Flüchtlingseinrichtungen teilnehmen und in gemischten Mannschaften gegeneinander spielen. Die Erfahrungen des letzten Turniers zeigten: Durch den direkten Kontakt mit anderen Jugendlichen und das gemeinsame Spielen entstehen Freundschaften und es wird ein Zeichen gegen Krieg, Rassismus und Ausgrenzung gesetzt. Das gesamte Projekt wird von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren organisiert und durchgeführt. 

4. Preis

Das Projekt "1+1>1 – Mitbestimmung der Schulgestaltung" aus Glinde 

Beim Projekt „1+1>1“ setzt sich die Schülervertretung der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld in Glinde gegen den Beschluss der Kommunalpolitik ein, durch den die Schule mit der Sönke-Nissen-Gemeinschaftsschule in Glinde fusionieren soll. Die Schülerinnen und Schüler hingegen sprechen sich für die Stärkung des Schulstandorts Glinde aus, und befürchten durch die Fusion der beiden Schulen die Entstehung einer großen anonymen Lernfabrik. Da sich die Schülerinnen und Schüler in den Fusionsbeschluss nicht ausreichend einbezogen fühlen, haben sie eine Kommunalaufsichtsbeschwerde eingereicht. Zudem haben sie eine Demonstration organisiert und durchgeführt sowie eine Petition gegen die Fusion ins Leben gerufen. Der aktuelle Stand ist, dass durch die Kommunalaufsichtsbeschwerde das Fusionsvorhaben zumindest vorerst gestoppt ist. 

4. Preis

Das Projekt "Verrückte Landolympiade verbindet die Landjugend" aus Wildenfels 

Die "Verrückte Landolympiade" wurde vom Wildenfelser Jugendbeirat organisiert. Angeregt vom verbindenden Gedanken der Sommerolympiade in Brasilien sollte die Landolympiade sowohl Kinder und Jugendliche der einzelnen Wildenfelser Ortsteile als auch Erwachsene, Vereine und Initiativen nachhaltig vernetzen und zu weiteren gemeinsamen Aktionen anregen. “Verrückt“ waren die verschiedensten Disziplinen, die so nicht im Wettkampfprogramm der echten Olympiade zu finden sind, wie beispielsweise Reifenboßeln, Strohballen rollen, Gummistiefelwerfen oder Wassertragen.

Die Jury der Goldenen Göre 2017

Die Jury der Goldenen Göre 2017 setzte sich zusammen aus

  • Ingo Dubinski, Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerkes
  • Luise Meergans, Bereichsleitung Kinderrechte und Bildung
  • Claudia Neumann, Bereichsleitung Kinder- und Jugendbeteiligung
  • Tim Stegemann, Koordinierungsstelle Kinderrechte
  • Franziska Schulz, Koordinatorin Goldene Göre

Der Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes wird abschließend über die Platzierungen entscheiden.

Die Idee hinter der Goldenen Göre

"Die Ehrung soll das Können von Kindern und Jugendlichen aufzeigen, sie für ihre Leistung auszeichnen und ihnen die Öffentlichkeit geben, die sie für ihr Engagement verdienen."
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes

Ausgehend von dem Kinderrecht auf Beteiligung (Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention) fördert und stärkt das Deutsche Kinderhilfswerk die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist der Schlüssel zu einer demokratischen Gesellschaft. Mit dem Preis Goldene Göre ehrt das Deutsche Kinderhilfswerk Projekte, die in beispielhafter Art und Weise Beteiligung von Kindern und Jugendlichen praktisch umsetzen. Gleichzeitig wird so eine große Öffentlichkeit für die Fähigkeiten und die Kreativität von Kindern für unsere Gesellschaft geschaffen.

Sowohl die feierliche Atmosphäre bei der Preisverleihung als auch das Ambiente des Europa-Parks geben der Auszeichnung einen altersgerechten und zugleich würdigenden Rahmen. So erfahren die Kinder und Jugendlichen eine besondere Motivation, sich weiterhin zu engagieren.