Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerkes zum Weltspieltag: Kinder wollen autofreien Sonntag zum Spielen auf der Straße!

Kinder und Jugendliche in Deutschland wünschen sich einen autofreien Sonntag, an dem sie überall auf der Straße spielen können. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Online-Umfrage des Deutschen Kinderhilfswerkes zum Weltspieltag, an der sich rund 1.000 Kinder und Jugendliche beteiligt haben. Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ ist, gibt sie doch ein gutes Stimmungsbild, wie Kinder und Jugendliche derzeit ihre Spielmöglichkeiten im Freien sehen.

80 Prozent der Kinder und Jugendlichen sprachen sich für einen solchen autofreien Sonntag aus. Dabei finden 63 Prozent die Idee „sehr gut“ und 17 Prozent „gut“. 4 Prozent der Befragten halten einen autofreien Sonntag, an dem auf Straßen gespielt werden kann, für „nicht so gut“, 1 Prozent für „gar nicht gut“, 15 Prozent antworteten mit „egal“.

Gleichzeitig nutzen nur 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen Spielstraßen zum Spielen, davon 13 Prozent „oft“ und 17 Prozent „manchmal“. 46 Prozent gaben an, dass es in ihrer Umgebung keine Spielstraße gibt, 12 Prozent wissen nicht, was eine Spielstraße ist. 8 Prozent der Kinder und Jugendlichen antworteten, dass sie auf Spielstraßen nicht gerne spielen, und 4 Prozent dürfen nicht auf Spielstraßen spielen.

„Studien des Deutschen Kinderhilfswerkes belegen eindeutig, dass sich eine kinderfreundliche Stadtplanung und die Möglichkeiten zum selbstbestimmten Spielen maßgeblich auf die Lebensqualität und Entwicklungschancen von Kindern auswirken. Gleichzeitig verbessert sich das soziale Klima in dem Maße, wie die Qualität des Wohnumfeldes steigt. Deshalb brauchen wir dringend eine auf Kinder bezogene Stadtentwicklungspolitik, um die Lebensqualität und die Entwicklungschancen von Kindern zu verbessern“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

70 Prozent der Kinder und Jugendlichen spielen „häufig“ draußen, 26 Prozent „manchmal“, 4 Prozent „fast nie“. Gleichzeitig würden gerne 46 Prozent „häufiger“ draußen spielen, 50 Prozent finden es „genau richtig“, 4 Prozent würden lieber „weniger“ draußen spielen.

Dabei ist der Ball mit 30 Prozent das mit Abstand beliebteste Spielgerät für Kinder. Dabei fühlen sich lediglich 47 Prozent der Kinder und Jugendlichen „immer wohl“, wenn sie draußen spielen. Für 53 Prozent der Befragten trifft das nicht zu. Als Gründe (Mehrfachnennungen waren hier möglich) wurden genannt: „Autos und Verkehr“ (35 Prozent), „Erwachsene, die häufig meckern (16 Prozent), „Erwachsene, vor denen ich Angst habe“ (14 Prozent) und „Andere Kinder, die mich ärgern“ (8 Prozent).

An der im März gestarteten Online-Umfrage konnten Kinder unter 18 Jahren teilnehmen, die größte Gruppe ist die der 6- bis 12-Jährigen. Die Teilnehmenden kamen aus ganz Deutschland – die meisten aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern.

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert anlässlich des heutigen Weltspieltages, deutschlandweit die Einrichtung von Spielstraßen zu erleichtern. Dazu sollten Bundesregierung und Bundestag eine entsprechende Initiative zur Änderung der Straßenverkehrsordnung ergreifen. Die bisherige Rechtslage erschwert vielen Kommunen die Einrichtung von Spielstraßen. So dürfen Geh- und Fahrwege baulich nicht voneinander abgetrennt sein. Außerdem muss klar sein, dass in diesem Bereich die Aufenthaltsfunktion überwiegt. Durch diese Vorgaben fehlen vielen Kommunen die finanziellen Mittel, um Straßen in Spielstraßen umzuwandeln.

Der Weltspieltag steht in Deutschland und bei Partnern in Österreich und der Schweiz in diesem Jahr unter dem Motto „Unsere Straße ist zum Spielen da!“. Mit dem Weltspieltag will das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit seinen rund 200 Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“ darauf aufmerksam machen, dass spielende Kinder aus dem Stadtbild immer mehr verbannt werden. Rund um den Weltspieltag finden mehr als 300 Aktionen statt, die vor Ort von öffentlichen Einrichtungen, Vereinen und Nachbarschaftsinitiativen durchgeführt werden. Die Schirmherrschaft über den Weltspieltag 2015 hat die Kinderkommission des Deutschen Bundestages übernommen, Botschafter ist der Fernsehmoderator und Autor Ralph Caspers.

Der Weltspieltag 2015 wird deutschlandweit zum achten Mal ausgerichtet. Zum Weltspieltag sind Schulen und Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen aufgerufen, in ihrer Stadt oder Gemeinde eine witzige, beispielgebende und öffentlichkeitswirksame Spielaktion durchzuführen. Die Partner der Aktionen sind vor Ort für die Durchführung ihrer Veranstaltung selbst verantwortlich. Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt umfangreiche Aktionsmaterialien zum Weltspieltag zur Verfügung. Eine Übersicht über verschiedene Aktionen zum Weltspieltag findet sich unter <link http: www.weltspieltag.de _blank external-link-new-window external link in new>www.weltspieltag.de

Kennen Sie eigentlich unseren neuen Spot zum Recht auf Spiel? Den sehen Sie hier: <link http: bit.ly _blank external-link-new-window external link in new>bit.ly/1h80wIk

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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