Tag der Kinderrechte: Deutsches Kinderhilfswerk fordert Kinderrechte-Bildung als verbindlichen Lehrinhalt in Schulen

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die Kultusminister der Bundesländer auf, mit der verbindlichen Einführung von Projektwochen das Thema Kinderrechte stärker als bisher in den Lehrplänen der Schulen zu verankern. „Kinderrechte spielen in den Lehrplänen bisher eine viel zu geringe Rolle. Zu viele Schülerinnen und Schüler kennen sich mit der UN-Kinderrechtskonvention und den darin normierten Kinderrechten nicht aus. Nur wer seine Rechte kennt, kann ihre Umsetzung auch vorantreiben. Es ist daher vollkommen unzureichend, dieses Thema im Unterricht nur nebenbei zu behandeln, zumal es dann häufig in erster Linie um Kinderrechtsverletzungen in anderen Ländern geht. Kinderrechte haben eine besondere Bedeutung für die Wertevermittlung, für das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen. Wir brauchen selbstbewusste Menschen für die demokratische Gestaltung unseres Landes, insofern ist Kinderrechte-Bildung immer auch eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Deshalb tritt das Deutsche Kinderhilfswerk dafür ein, dass es zukünftig in allen Klassenstufen mindestens eine Projektwoche zum Thema Kinderrechte gibt. Die Kultusminister der Länder sind aufgefordert, die Kinderrechte-Bildung durch eine Änderung der Lehrpläne flächendeckend verbindlich festzulegen. Um die herausgehobene Stellung der Kinderrechte deutlich zu machen, sollten die Bundesländer zudem die Bedeutung der Kinderrechte in den Schulgesetzen festschreiben“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, anlässlich des heutigen Jahrestages der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention.

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert alle Schulen in Deutschland auf, die Vermittlung von Kinderrechten zu einem Leitgedanken ihrer Einrichtung zu machen. „Es gibt in Deutschland bereits eine Reihe von Kinderrechteschulen, in denen die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte mit den Schülerinnen und Schülern nicht nur abstrakt diskutiert werden, sondern ihnen zugleich einen konkreten Alltagsbezug vermittelt wird. Dieses Modellprojekt des Deutschen Kinderhilfswerkes, das auch von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesfamilienministerium unterstützt wird, sollte Vorbild für alle Schulen in Deutschland sein“, so Krüger weiter.

In Deutschland bestehen erhebliche Defizite bei der Bekanntheit der Kinderrechte. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes für den Kinderreport 2015 zeigt, dass nur 4 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen und 3 Prozent der Erwachsenen die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte genau kennen, jeweils 19 Prozent wissen ungefähr Bescheid. Gleichzeitig wissen 49 Prozent der Kinder und Jugendlichen bzw. 36 Prozent der Erwachsenen nicht, was sich hinter der UN-Kinderrechtskonvention verbirgt. Bei den Informationsmöglichkeiten über Kinderrechte hatten die befragten Kinder und Jugendlichen den Schulen nach der Familie und Vereinen/Kinderrechtsorganisationen gute Noten gegeben.

 

Weitere Informationen und Rückfragen: Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de
Facebook: www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Instagram: deutscheskinderhilfswerk_e.v

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Diese Nachrichten könnten Sie noch interessieren

Dreitägige Online Fortbildung "Kinderrechtebasierte Demokratiebildung im Hort- und Ganztagsbereich"

Mit dem Ausbau des Ganztagsangebotes rücken Fragen der kindgerechten Gestaltung und Qualitätssicherung in den Fokus. Wie lassen sich Kinderrechte im pädagogischen Alltag konkret umsetzen? Wie können Kinder in ihrer Entwicklung zu selbstbewussten, demokratisch handelnden Persönlichkeiten gestärkt werden? 

In unserer dreitägigen Fortbildung erhalten Mitarbeitende, Leitungen und Berater*innen aus…

Das Wort Kinderrechte steht in großen Buchstaben vor dem Brandenburger Tor. Hinter den überdimensionierten Buchstaben stehen Kinder.
Weltkindertag

Große Mitmach-Aktion zum Weltkindertag 2026 gestartet!

Was brauchen Kinder und Jugendliche, um gestärkt für die Zukunft zu sein? Das wollen wir in diesem Jahr bundesweit von jungen Menschen wissen! Jetzt mitmachen und eure kreativen Antworten bis zum 1. September an uns zurücksenden.

Zwei Hände halten ein Handy vor einem aufgeklappten Laptop. Ein Chatbot-Symbol sowie ein Mikrofon-Symbol ist über das Bild gelegt.
Kinder und Medien

Gutachten Kinderrechte und KI

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, dass die EU-KI-Verordnung auf ihre kinderrechtlichen Anknüpfungspunkte analysiert und Schritte für eine Advocacy-Strategie setzt, mit welcher die Kinderrechte besser in der Umsetzung der Verordnung berücksichtigt werden können. Nach der Veröffentlichung 2025 liegt nun auch die englischsprachige Übersetzung vor.