Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auch Weichenstellung für die Bedeutung der Kinderrechte

Die Landtagswahl ist bedeutend für Kinderrechte. Es ist ein Landes-Präventionsprogramm zur Stärkung der Kindergesundheit nötig.

Menschen demonstrieren

Das Deutsche Kinderhilfswerk sieht in der Landtagswahl im September auch eine wichtige Weichenstellung für die Bedeutung der Kinderrechte in Mecklenburg-Vorpommern. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation sollte bei der Wahl deutlich zum Ausdruck kommen, dass die Rechte von Kindern und Jugendlichen kein schmückendes Beiwerk von Parlaments- und Regierungsentscheidungen sind, sondern ins Zentrum der politischen Agenda gehören. So sieht das Deutsche Kinderhilfswerk bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Mecklenburg-Vorpommern noch einigen Nachholbedarf. Der Ende letzten Jahres vom Deutschen Kinderhilfswerk veröffentlichte Kinderrechte-Index 2025 hatte festgestellt, dass Mecklenburg-Vorpommern wie schon beim ersten Kinderrechte-Index bundesweit im Mittelfeld mit Licht und Schatten bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention liegt. 

„Wir hoffen sehr, dass Mecklenburg-Vorpommern nach der Landtagswahl seine kinderrechtlichen Bemühungen verstärkt, um allen Kindern und Jugendlichen im Land ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Ein wesentlicher Schwerpunkt sollte dabei die Stärkung der Kindergesundheit durch den Aufbau kommunaler Präventionsketten sein. Ein Bereich, in dem es in Mecklenburg-Vorpommern laut Kinderrechte-Index großen Nachholbedarf gibt. Präventionsketten zur Stärkung der Kindergesundheit setzen an der Lebenssituation von Einzelnen und Gruppen in lokalen Kontexten an: Sie stärken die Kindergesundheit in konkreten Lebenswelten wie Kita oder Schule, sie vernetzen bereichsübergreifend Fachkräfte in Verwaltung und bei freien Trägern, und sie entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen passgenaue gesundheitsfördernde Maßnahmen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert daher ein ‚Landesprogramm für kommunale Präventionsketten zur Stärkung der Kindergesundheit‘, das mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 10 Millionen Euro für die kommende Legislaturperiode ausgestattet werden sollte. Präventionsketten sollten so modellhaft in zunächst 15 Kommunen aufgebaut werden“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Das Land braucht zudem eine umfassende, ressortübergreifende ‚Landesstrategie für Kinderrechte‘, die klare Ziele, Verantwortlichkeiten und Ressourcen in einem Gesamtkonzept benennt und bündelt. Als konkrete Maßnahmen soll diese Landesstrategie unter anderem die Einsetzung eines Landes-Kinderbeauftragten umfassen, um die Stimmen von Kindern und Jugendlichen hörbar zu machen und sie dabei zu unterstützen, für ihre Rechte einzutreten. Das Land sollte außerdem Förderprogramme zur kinderfreundlichen Stadtentwicklung auflegen, die insbesondere eine stärker an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen ausgerichtete Verkehrsplanung oder mehr Möglichkeiten zum selbstbestimmten Spielen in den Mittelpunkt politischen Handelns rücken“, so Hofmann weiter.

„Diese Vorhaben sollten gerahmt werden durch einen Ausbau der Kinderrechte in der Landesverfassung. Denn neben dem Bund sind auch die Länder und Kommunen verpflichtet, Kinderrechte im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention zu achten, zu schützen und zu fördern. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert daher, Kinderrechte in der Landesverfassung zu stärken und den Vorrang des Kindeswohls, das Recht auf Beteiligung und das Recht auf Förderung in der Landesverfassung zu verankern. So werden Kinderrechte zur Grundlage allen staatlichen Handelns und die Lebenssituation von Kindern nachhaltig verbessert“, sagt Holger Hofmann.

Das Forderungspapier des Deutschen Kinderhilfswerkes „Kinder stärken – Kinderrechte umsetzen“ zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern steht unter www.dkhw.de/forderungen-mecklenburg-vorpommern-2026  zum Download bereit.

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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen sowie der Überwindung von Kinderarmut und gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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