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Newsletter Kinderpolitik 25.03.21
Newsletter Kinderpolitik 25.03.21
Inhalt dieses Newsletters
1. Deutsches Kinderhilfswerk und BAG Kommunale Kinderinteressenvertretungen fordern Landeskinderbeauftragte in jedem Bundesland
2. Wahlalter 16 – jetzt!
3. Deutsches Kinderhilfswerk: Modernen Kinder- und Jugendschutz zügig umsetzen
4. UN-Kinderrechtsausschuss veröffentlicht neuen General Comment
5. Neuer Bericht: Kinder in der EU äußern sich über ihre Rechte und ihre Zukunft
6. „Handbuch Kinderfreundliche Kommunen – Kinderrechte kommunal verwirklichen“ veröffentlicht
7. Kinderfreundlichkeit in Barcelona: Wie schützt die Stadt Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie?
8. Kinder und Jugendliche: 60 Prozent mehr Anfragen für Psychotherapie
9. UN-Kinderrechtskomitee widmet sich Tabakkonsum
10. Jetzt schnell für die Spielplatzinitiative bewerben!
11. Einladung zur Online-Veranstaltung „Eine Stadt, getrennte Welten? Sozialräumliche Ungleichheiten für Kinder in sieben deutschen Großstädten“ am Di., 13.4., 13 Uhr
12. Call for Applications: MA Childhood Studies and Children's Rights
1.
Deutsches Kinderhilfswerk und BAG Kommunale Kinderinteressenvertretungen fordern Landeskinderbeauftragte in jedem Bundesland

Das Deutsche Kinderhilfswerk und die Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunale Kinderinteressenvertretungen mahnen die verpflichtende Einführung von Landeskinder- und Jugendbeauftragten in allen Bundesländern an. Nach Ansicht der beiden Organisationen sollen damit unabhängige staatliche Institutionen auf Landesebene geschaffen werden, die sich für die Interessen und Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Bei der Einrichtung von solchen Institutionen sind zwei Aspekte grundlegend: Die Beauftragtenstellen müssen sich in ihrer Ausrichtung an den Gegebenheiten in den Ländern orientieren und bestehende Institutionen ergänzen. Als Orientierung für ihre strukturelle Einbindung und Ausgestaltung sind zudem unbedingt international anerkannte und erprobte Prinzipien heranzuziehen: Unabhängigkeit und weitgehende Kompetenzen der Beauftragtenstellen müssen gegeben sein, ebenso wie eine angemessene personelle und finanzielle Ausstattung.

Aus Sicht der beiden Organisationen ist die strukturelle Einbindung der Stelle für das Gelingen der Arbeit von zentraler Bedeutung. So sollte die oder der Landeskinder- und Jugendbeauftragte an die Landesregierung angebunden sein und nicht den Landtag. Sie oder er muss direkten Zugang zur Landesregierung haben und sich gezielt und differenziert der Wahrung und Erweiterung der Interessen und Rechte von Kindern und Jugendlichen in allen gesellschaftlichen Bereichen widmen. Zur besonderen Wirksamkeit soll die oder der Beauftragte mit einem Vetorecht ausgestattet werden. Dieses kommt zur Wirkung, wenn sie oder er bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsverfahren eine Verletzung bzw. fehlende Berücksichtigung der in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Grundsätze, insbesondere der Vorrangstellung des Kindeswohls, feststellt.

Die Organisationen betonen, dass die Einführung und Absicherung von Landeskinder- und Jugendbeauftragen lange überfällig ist. Bisher gibt es nur in Hessen und Sachsen-Anhalt solche Beauftragtenstellen. Das zeigt den Handlungsbedarf in den anderen Bundesländern.

Mehr Infos: Positionierung des Deutschen Kinderhilfswerkes und der Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunale Kinderinteressenvertretungen „Landeskinder-und Jugendbeauftragte JETZT!“ (PDF) und Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 11.03.2021

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2.
Wahlalter 16 – jetzt!

Jugendliche sind Träger*innen demokratischer Grundrechte. Sie wollen und können ihre Zukunft selber in die Hand nehmen und eine Politik, die in die Zukunft trägt, mitgestalten. Dies darf man ihnen nicht länger verwehren. Junge Menschen sind in vielfältiger Weise zivilgesellschaftlich engagiert. Sie wollen mitentscheiden, nicht erst nach der kommenden Legislaturperiode, sondern jetzt!

Aktuell dürfen 16-Jährige in elf Bundesländern bei Kommunal- und in vier Bundesländern bei Landtagswahlen wählen. Warum nicht endlich auch auf Bundesebene? Gerade in der aktuellen Krise wird deutlich, dass die Rechte von Kindern und Jugendlichen nicht krisenfest verankert sind. Aktuelle Jugendstudien zeigen einmal mehr, dass junge Menschen sich zu wenig gehört fühlen und mehr Mitbestimmung verlangen.

Deshalb fordern junge Menschen, ihre Interessenvertretungen, Wissenschaftler*innen und andere nun in einem gemeinsamen Aufruf das Wahlalter in einer offenen Abstimmung, ohne Fraktionszwang, noch vor der nächsten Bundestagswahl im Herbst 2021 zu senken. Junge Menschen wollen nicht bis 2025 warten. Die gesellschaftlichen Herausforderungen sind groß und können nur von allen Generationen gemeinsam gelöst werden.

Mehr Infos: Webseite mit Informationen und der Möglichkeit den Aufruf „Wahlalter 16 – jetzt!“ zu unterzeichnen

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3.
Deutsches Kinderhilfswerk: Modernen Kinder- und Jugendschutz zügig umsetzen

Das Deutsche Kinderhilfswerk mahnt eine zügige Umsetzung des novellierten Jugendschutzgesetzes an, um den Kinder- und Jugendmedienschutz in Deutschland zu verbessern. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation wird mit Verabschiedung des Jugendschutzgesetzes der Jugendmedienschutz explizit an den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention ausgerichtet und folgt dem aktuellen Mediengebrauch der jungen Generation.

Bei der Novellierung seien an vielen Stellen die Rechte sowohl der Kinder als auch ihrer Eltern in den Mittelpunkt gestellt worden. Die Aktualisierung der Schutzziele und die Neubenennung von Risiken, wie versteckten Kauf-Appellen und ungewollten Kontaktaufnahmen, sind wichtig und zeitgemäß. Ebenso ist es richtig, Anbieter von Inhalten und Diensten für nachvollziehbare und wirksame Schutz- und Meldeverfahren sowie Angebote zur Aufklärung und Orientierung in die Verantwortung zu nehmen. Auch die persönlichen Daten von Kindern und Jugendlichen werden besser als bisher geschützt.

Neben dem Schutz von Kindern und Jugendlichen ist es aus kinderrechtlicher Sicht unerlässlich, sie auf den Umgang mit Medien vorzubereiten. Symbole zur Deklarierung konkreter Gefahren verbindlich neben der Altersklassifizierung einzuführen, folgt diesem Ansatz und stärkt die Transparenz im Jugendmedienschutz. Und mit dem vom Familienausschuss des Bundestages vorgeschlagenen Beirat bei der neu zu schaffenden Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz wird ermöglicht, dass junge Menschen selbst ihre Ansichten und Meinungen zu jugendschutztechnischen Entwicklungen zur Geltung bringen können.

Aus kinderrechtlicher Sicht ist jedoch nicht nachzuvollziehen, warum Diensteanbieter sowie Film- und Spieleplattformen mit einer vermeintlich geringen Reichweite von einer Million Nutzenden von den Vorsorge- und Schutzbestimmungen für Kinder und Jugendliche ausgenommen werden. So, wie beispielsweise Gastronomie und Handel unabhängig von ihrer Größe Jugendschutzmaßnahmen umsetzen müssen, sollte dies auch für alle Anbieter im digitalen Raum gelten.

Mehr Infos: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 05.03.21 und Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 17.02.21

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4.
UN-Kinderrechtsausschuss veröffentlicht neuen General Comment

Am 24. März wurde der General Comment 25 zu den Rechten des Kindes im digitalen Raum veröffentlicht. Die Allgemeine Bemerkung stellt eine wichtige Anleitung und Interpretation dar, um die vollständige Einhaltung der Verpflichtungen aus der Konvention und ihren Fakultativprotokollen im Hinblick auf die Chancen, Risiken und Herausforderungen für die Rechte des Kindes im digitalen Umfeld zu gewährleisten. Neben dem Dokument stellt der UN-Kinderrechtsausschuss auch eine kindgerechte Version zur Verfügung.

Mehr Infos: General Comment 25 (eng.), kinderfreundliche Version des General Comment 25 (PDF, eng.) und Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 24.03.21

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5.
Neuer Bericht: Kinder in der EU äußern sich über ihre Rechte und ihre Zukunft

Die Meinung von Kindern und Jugendlichen könnte bald eine größere Rolle bei politischen Entscheidungen in der EU spielen. Eine Gruppe von fünf Kinderrechtsorganisationen hat eine Online-Umfrage und Konsultationen durchgeführt, um Prioritäten von Kindern und Jugendlichen zur Verwirklichung ihrer Rechte und ihre Vorstellungen für die Zukunft zu erfahren. Mehr als 10.000 Mädchen und Jungen zwischen 11 und 17 Jahren haben sich beteiligt. Die Ergebnisse wurden in dem Bericht "Unser Europa, unsere Rechte, unsere Zukunft" veröffentlicht.

Mit den Beiträgen der Kinder und Jugendlichen sollen zwei zentrale Instrumente zur Umsetzung der Kinderrechte ausgestaltet werden: zum einen die EU-Strategie für die weltweite Stärkung der Kinderrechte, zum anderen die sogenannte "Kindergarantie", mit der gezielt benachteiligte Kinder in der EU gefördert werden sollen.

Die Hauptergebnisse der Umfrage:

- Die COVID-19-Pandemie hat bei Kindern und Jugendlichen in Europa und darüber hinaus zu Stress und Unsicherheit geführt. Jedes fünfte Kind in der EU, das an der Umfrage teilgenommen hat, berichtet, dass es unglücklich aufwächst und sich Sorgen um die Zukunft macht, so das Ergebnis der neuen Studie von ChildFund Alliance, Eurochild, Save The Children, UNICEF und World Vision.

- Fast jedes zehnte befragte Kind gab an, mit psychischen Problemen oder Symptomen wie Depressionen oder Ängsten zu leben. Die befragten Mädchen waren weit mehr gefährdet als die Jungen, und ältere Kinder berichteten über ein höheres Maß an Problemen als jüngere Kinder;

- Ein Drittel der befragten Kinder erlebte Diskriminierung oder Ausgrenzung. Dieser Prozentsatz stieg auf 50 bei Kindern mit Behinderungen, Migranten, ethnischen Minderheiten oder solchen, die sich als LGBTQ+ identifizieren;

- Drei Viertel der befragten Kinder fühlen sich in der Schule wohl, aber 80 Prozent der 17-Jährigen haben das Gefühl, dass die angebotene Bildung sie nicht gut auf ihre Zukunft vorbereitet;

- Die Mehrheit der befragten Kinder wünscht sich Veränderungen in ihrem Schulalltag: 62 Prozent der Befragten hätten gerne weniger Hausaufgaben, 57 Prozent der Befragten wünschen sich einen interessanteren Unterricht. Fast ein Drittel der Befragten würde gerne Einfluss auf die Inhalte des Schulunterrichts nehmen: mehr sportliche Aktivitäten (33 Prozent), Lernen über Kinderrechte (31 Prozent) und mehr musische Fächer (31 Prozent). Allerdings hatten fast alle Befragten schon von Kinderrechten gehört;

- 88 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen wissen über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf ihre Umgebung Bescheid, 8 Prozent wussten ein wenig darüber und 4 Prozent waren sich nicht sicher.

Mehr Infos: Zusammenfassung des Berichts "Our Europe, Our Rights, Our Future" (PDF, eng.) und der Bericht „Our Europe, our rights, our future“ in voller Länge (PDF, eng.)

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6.
„Handbuch Kinderfreundliche Kommunen – Kinderrechte kommunal verwirklichen“ veröffentlicht

Im April erscheint das „Handbuch Kinderfreundliche Kommunen – Kinderrechte kommunal verwirklichen“ des Vereins Kinderfreundliche Kommunen. Darin gibt der Verein einen Einblick in seine Erfahrungen der vergangenen Jahre: Jede Kommune muss im Hinblick auf Kinderfreundlichkeit ihren eigenen Weg gehen. Ein Modell, das für alle passt, gibt es nicht. Die Fachbeiträge des Handbuchs bieten vielfältige Anregungen, wie Kommunen die Ziele und Normen der UN-Kinderrechtskonvention lokal umsetzen können.

Die Stadt oder Gemeinde, in der Kinder und Jugendliche aufwachsen, ist mehr als nur ein „Wohn“ort. Es sind die Einrichtungen und Dienste vor Ort, die die Lebensbedingungen und Entwicklungschancen junger Menschen nachhaltig prägen und die Kinderrechte mit Leben füllen. Das Handbuch zeigt auf, wie in den verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern – von Kinder- und Jugendeinrichtungen bis zur Verkehrspolitik und Stadtentwicklung – Kinderrechte berührt werden und praktisch umgesetzt werden können. Damit soll das Engagement vor Ort für eine kinderfreundliche Kommunalpolitik – über das Netzwerk der Programmkommunen hinaus – unterstützt und gefördert werden.

Mehr Infos: Webseite des Programms Kinderfreundliche Kommunen und Webseite des Verlags debus Pädagogik mit Bestellmöglichkeit (Bis zum 31.03.2021 können Sie das Handbuch zu einem vergünstigten Preis auf der Webseite des Verlages vorbestellen.)

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7.
Kinderfreundlichkeit in Barcelona: Wie schützt die Stadt Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie?

In vielen Kommunen wirkt die Corona-Pandemie wie ein Brennglas. Sie legt bestehende Probleme im Kinder- und Jugendschutz offen, gleichzeitig verdeutlicht die Ausnahmesituation, welche Angebote junge Menschen in Krisenzeiten besonders schützen. In einem Fachbeitrag von Sonia Fuertes informiert der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. Interessierte über verschiedene Maßnahmen, die Barcelona während des ersten Lockdowns zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ergriffen hat. Ein Beispiel ist die Aktion „Estimat Diari“ („Liebes Tagebuch“).

„Estimat diari“ richtete sich an die jungen Bewohner_innen der Metropolregion und sammelte Bilder, selbstgedrehte Videos und sonstige kreative Beiträge, die den Lockdown-Alltag aus Kindersicht zeigen. Darüber hinaus konnten sich Kinder und Jugendliche mit Fragen an die Bürgermeisterin wenden, die diese regelmäßig auf YouTube beantwortete. Das Potential dieser Maßnahme zeigt sich nicht nur im kreativen Umgang mit der Krise, sondern auch in seinem Dokumentationswert. Barcelona bewahrt die großen und kleinen, analogen und digitalen Kunstwerke im Stadtarchiv auf und plant die Beiträge in einer stadtweiten Wanderausstellung auf Tour zu schicken.

Mehr Infos: Fachbeitrag „Kinderfreundlichkeit in der Corona-Krise“

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8.
Kinder und Jugendliche: 60 Prozent mehr Anfragen für Psychotherapie

Die Zahlen sind eindeutig, die psychische Belastung von Kinder und Jugendlichen habe zugenommen, so die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV). In einer DPtV-Blitzumfrage gaben die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen an, dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Patientenanfragen in den Praxen um durchschnittlich 60 Prozent angestiegen sind. Trotzdem kann 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen innerhalb von zwei Wochen und mehr als der Hälfte innerhalb eines Monats ein Erstgespräch angeboten werden.

Die 685 teilnehmenden Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen wurden in der DPtV-Umfrage gebeten, die Anfragen einer aktuellen Januar-Woche mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2020 zu vergleichen. Demnach wurden im vergangenen Jahr im Schnitt 3,7 Patientenanfragen pro Woche gestellt – 2021 waren es 5,9 Anfragen. Diese Zunahme fällt noch deutlich höher aus als bei den ebenfalls befragten Psychotherapeut*innen für Erwachsene.

Die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung fordert daher nach Corona den Fokus nicht nur auf versäumten Schulstoff zu legen. Stattdessen müssten Kinder psychisch gestärkt werden und ausgiebig Zeit für Spiel, Sport, Kultur und soziale Interaktion erhalten, um die Monate eingeschränkter Kontakte auszugleichen. Kinder könnten zudem insbesondere dann effektiv lernen, wenn der soziale Austausch stimmt.

Mehr Infos: Pressemitteilung der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (PDF) und die Umfrage „Patientenanfragen während der Corona-Pandemie“ (PDF)

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9.
UN-Kinderrechtskomitee widmet sich Tabakkonsum

Unfairtobacco hat an der digitalen Anhörung durch das UN-Kinderrechtskomitee zur Lage der Kinderrechte in Deutschland teilgenommen. Internationale Expert*innen befragten zivilgesellschaftliche Vertreter*innen dazu, wie die Kinderrechte in Deutschland umgesetzt werden.

Gemeinsam mit 17 Organisationen wurde aus diesem Anlass eine Stellungnahme beim Komitee eingereicht. Forderungen, die darin gestellt werden sind etwa, dass die Lücken im Tabakwerbeverbot geschlossen und die Tabaksteuern angehoben werden. Außerdem fordern die Organisationen, dass die Bundesregierung eine umfassende Strategie zur Umsetzung der WHO-Tabakrahmenkonvention entwickeln und ein wirksames Lieferkettengesetz für Unternehmen in Deutschland beschließen soll.

Das UN-Kinderrechtskomitee hat in der Folge die Anliegen der Initiative Unfairtobacco in den Fragenkatalog an die Bundesregierung aufgenommen. Nun wird die Bundesregierung gefragt, inwieweit sie Maßnahmen ergriffen hat oder plant Maßnahmen zu ergreifen, um die unverhältnismäßig hohe Prävalenz von Drogen-, Alkohol- und Tabakmissbrauch unter sozioökonomisch benachteiligten Kindern anzugehen. Zudem weist das Komitee auf die Verantwortung von (Tabak-)Unternehmen für die Einhaltung von Kinderrechten in Lieferketten hin und fragt die Bundesregierung, welche Maßnahmen diesbezüglich ergriffen werden.

Mehr Infos: Webseite von Unfairtobacco und die Stellungnahme „Children’s Rights and Tobacco Control in Germany“ (PDF, eng)

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10.
Jetzt schnell für die Spielplatzinitiative bewerben!

Auch dieses Jahr besteht die Möglichkeit, sich bei der Spielplatz-Initiative des Deutschen Kinderhilfswerkes um eine Förderung zu bewerben. Im Rahmen dieser Initiative werden deutschlandweit Projekte gefördert, die einen Spielraum sanieren, ergänzen oder neugestalten. Dazu zählen neben klassischen Spielplätzen auch die öffentlichen Außenanlagen von Jugendfarmen, Freizeittreffs oder Familienzentren, Abenteuerspielplätzen, Sportvereinen, Skateparks oder Jugendtreffs sowie Kitaaußenanlagen oder Schulhöfe, sofern sie frei zugänglich sind. Leider stehen in den Kommunen für den Erhalt von Spielräumen immer weniger Mittel zu Verfügung. Dabei sollte an Spielplätzen nicht gespart werden, denn sie dienen der körperlichen, sozialen und seelischen Entwicklung von Kindern. Ganz wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen selbst bei der Planung und Ausführung von Projekten zur Bewegungsförderung einbezogen und beteiligt werden.

Bei der Spielplatz-Initiative des Deutschen Kinderhilfswerkes können Eltern- und Nachbarschaftsinitiativen, Kinder- und Jugendgruppen oder Vereine, privat engagierte Einzelpersonen ebenso wie Kommunen/kommunale Träger oder Wohnungsunternehmen Förderungen von bis zu 5.000 Euro, in Ausnahmefällen sogar bis zu 10.000 Euro erhalten. Die Antragsfristen enden jeweils zum 31. März und 30. September eines Jahres. Bei den Projekten sollten einfache, aber sinnvolle Spielelemente und Raumkonzepte mit Erlebnischarakter im Vordergrund stehen, die die kindliche Fantasie anregen und die Kreativität fördern. Elementar sind die möglichst aktive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen bei der Planung und Gestaltung des Spielraumes, aber auch die Kreativität bei der Mittelakquise und der Gestaltung sowie der Wille, selbst tatkräftig mit anzupacken.

Zwischen 2012 und 2018 konnte mit Unterstützung namhafter Partner im Rahmen der Spielplatz-Initiative des Deutschen Kinderhilfswerkes die Spielplatzsituation in Deutschland erheblich verbessert werden. In dieser Zeit wurden bereits über 750 Spielplätze saniert und knapp 1,5 Mio. Euro Fördergelder eingesetzt. Dieses Jahr haben die Kia Deutschland GmbH und die Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH die Spielplatz-Initiative großzügig unterstützt.

Mehr Infos: Webseite der Spielplatz-Initiative mit Informationen zur Bewerbung, Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 25.02.21 und Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 01.03.21

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11.
Einladung zur Online-Veranstaltung „Eine Stadt, getrennte Welten? Sozialräumliche Ungleichheiten für Kinder in sieben deutschen Großstädten“ am Di., 13.4., 13 Uhr

Für viele deutsche Städte liegen Studien vor, die aufzeigen, dass Kinder unterschiedliche Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe haben, je nach Quartier, in dem sie leben. So spielen Kinder in ärmeren Stadtteilen seltener ein Instrument, sind seltener Mitglied eines Sportvereins, besuchen seltener ein Museum, ein Theater oder eine Schwimmhalle. Befragungen zeigen auch, dass Kinder und Jugendliche in ärmeren Stadtteilen weniger zufrieden mit ihrem Wohnumfeld sind. Weitgehend ungeklärt ist im Forschungsstand, inwieweit die Unterschiede zwischen den Stadtquartieren Folge von Angebots- oder Folge von Nachfrageunterschieden sind. Fehlen in ärmeren Stadtteilen infrastrukturelle Einrichtungen? Werden diese Angebote zur gesellschaftlichen Teilhabe in bestimmten Stadtteilen seltener nachgefragt? Oder gibt es Zugangshürden, die eine Inanspruchnahme verhindern?

In einer aktuellen Studie, die am 13.04.2021 veröffentlicht wird, hat das Wissenschaftszentrum Berlin im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerk und der Heinrich-Böll-Stiftung für sieben deutsche Großstädte untersucht, inwieweit die soziale Lage von Quartieren mit der Verteilung von infrastrukturellen Rahmenbedingungen zusammenhängt. Die Studie wird im Rahmen des Fachgesprächs am Di. 13. April, 13-18 Uhr, erstmals vorgestellt. Anhand der Ergebnisse wird diskutiert, inwieweit Kinder und Jugendliche in ärmeren Stadtteilen aufgrund ihres Wohnumfeldes benachteiligt sind und weniger Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe haben. Dazu werden drei Panels mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten angeboten.

Diskutanten und Vortragende:

- Dr. Peter Apel, Geschäftsführer Planungsbüro Stadtkinder

- Ekin Deligöz, MdB, Familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

- Julia Gerometta, Referentin für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

- Dr. Jan Paul Heisig, WZB, Leiter der Forschungsgruppe Gesundheit und soziale Ungleichheit

- Prof. Dr. Marcel Helbig, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, Arbeitsbereichsleiter Strukturen und Systeme

- Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer Deutsches Kinderhilfswerk

- Burkhard Jung, Oberbürgermeister Leipzig, Präsident Deutscher Städtetag

- Katja Salomo, WZB, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Partizipation, soziale Segregation in der Nachbarschaft

- Dr. Ellen Ueberschär, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung

Mehr Infos: Webseite zur Online-Veranstaltung „Eine Stadt, getrennte Welten? Sozialräumliche Ungleichheiten für Kinder in sieben deutschen Großstädten“ mit Anmeldelink

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12.
Call for Applications: MA Childhood Studies and Children's Rights

Noch bis zum 30. April ist es möglich, sich für den internationalen und interdisziplinären Weiterbildungsmaster Childhood Studies and Children's Rights an der Fachhochschule Potsdam zu bewerben. Das Studium dauert sieben Semester, Unterrichtssprache ist Englisch.

Mehr Infos: Webseite des Master of Arts Childhood Studies and Children´s Rights

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