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Newsletter Kinderpolitik
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Inhalt dieses Newsletters
1. „Kindern ein Zuhause geben“ – UNICEF und Deutsches Kinderhilfswerk geben Motto zum Weltkindertag 2016 bekannt
2. Neue Studie: Betreuungsgeld hatte nur begrenzten Effekt
3. Kinderarmut in Deutschland: Große regionale Unterschiede, hohes Risiko für Flüchtlinge
4. Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderkommission des Deutschen Bundestages muss verbindliche Impulse zur Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland geben
5. Was bringt die Kindergrundsicherung? Expertise des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik
6. Keine E-Zigaretten für Minderjährige
7. Deutsches Kinderhilfswerk kritisiert Bedeutungsverlust der Kinder- und Jugendarbeit
8. Datenreport Frühe Hilfen 2015 erschienen
9. Qualitätsgesetz für Kitas ist möglich und nötig
10. Gesundheitsfachberufe – Petition der DAKJ zum Erhalt des eigenständigen Berufsbildes der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
11. Von Kiel bis Konstanz: So viel Geld investieren die Bundesländer in die Bildung der Flüchtlingskinder
12. Studie zur Aufnahme von Flüchtlingen in den Bundesländern und Kommunen Behördliche Praxis und zivilgesellschaftliches Engagement
13. Integration Geflüchteter durch Medienpädagogik fördern
1.
„Kindern ein Zuhause geben“ – UNICEF und Deutsches Kinderhilfswerk geben Motto zum Weltkindertag 2016 bekannt

„Kindern ein Zuhause geben“ – so lautet das Motto zum diesjährigen Weltkindertag am 20. September. Deutsches Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland rufen unter diesem Motto dazu auf, die Interessen, Rechte und Bedürfnisse von Kindern in das Zentrum von Politik und Gesellschaft zu stellen. Eltern in Deutschland müssen besser unterstützt werden, ihren Kindern ein Zuhause geben zu können, das ihre vielfältigen Fähigkeiten und Begabungen fördert. Defizite sehen die Kinderrechtsorganisationen zum Beispiel bei den Bildungschancen für von Armut betroffene Kinder, in der mangelnden Umsetzung des Kinderrechts auf Spiel, Freizeit und Erholung und bei der Versorgung und Integration von Flüchtlingskindern.

„Kinder brauchen ein Zuhause, das sie fördert und in ihrer Entwicklung unterstützt. Viele Eltern leisten das ganz hervorragend, aber es gibt auch viele, die das nicht schaffen. Sei es aus Zeitnot, Geldknappheit, Unwissenheit oder weil sie schlicht überfordert sind. Diese Eltern müssen wir dabei unterstützen, ihren Kindern ein gutes Zuhause geben zu können“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 19.01.2016

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2.
Neue Studie: Betreuungsgeld hatte nur begrenzten Effekt

In einem Artikel im Spiegel heißt es: „Der Kampf um das Betreuungsgeld dauerte Jahre. Es ging um bis zu 150 Euro monatlich für Eltern, die ihre ein- und zweijährigen Kleinkinder nicht in eine Kita oder zu einer Tagesmutter geben wollten.

Die politischen Fronten waren verhärtet: Die Befürworter aus der CSU sagten, das Geld sei eine gerechte Anerkennung für Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen. Ein Stück echte Wahlfreiheit. Die Gegner von SPD, Grünen und Linken konterten, das Betreuungsgeld setze Fehlanreize, halte Kinder aus der Kita fern und Mütter am Herd. Am Ende wurde die Leistung in diesem Sommer vom Bundesverfassungsgericht gekippt - nur zwei Jahre, nachdem sie in Kraft getreten war.

Nun hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) zusammen mit der Technischen Universität Dortmund die amtlichen Daten zu den Betreuungsgeldbeziehern zusammengestellt und ausgewertet. Wer hat das Geld beantragt und warum? Einige Ergebnisse:

Wo lebten die Betreuungsgeldbezieher?

Es gab eine riesige Kluft zwischen Ost und West: 93,7 Prozent aller Betreuungsgeldempfänger im Jahr 2015 lebten in den alten Bundesländern. Hier wiederum war nur in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Zahl der Ein- und Zweijährigen mit Betreuungsgeldbezug deutlich höher als die Zahl der Kleinkinder, die in Kitas oder zu Tagesmüttern gingen.

Insgesamt gab es einen Zusammenhang zwischen dem Angebot an öffentlicher Kinderbetreuung und dem Bezug von Betreuungsgeld. In Regionen, in denen es schon vor der Einführung der Leistung flächendeckend viele Kitas und Tagesmütter gab, haben weniger Eltern Betreuungsgeld bezogen.

Warum haben Eltern Betreuungsgeld beantragt?

Rund zehn Prozent der Eltern gaben an, sie hätten das Betreuungsgeld als Überbrückungsmöglichkeit genutzt, weil sie keinen geeigneten Kita- oder Tagesmutterplatz gefunden hätten. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) fühlt sich bestätigt. "Es ist gut und richtig, dass der Bund den Ländern das Geld nun zur Verfügung gestellt hat und diese damit den Ausbau der Kinderbetreuung voranbringen können, sagte Schwesig SPIEGEL ONLINE. "Das ist der Wunsch vieler Eltern."

Die Studie ergibt: Das bundesweite Betreuungsgeld hat auf die Entscheidung der Eltern, wie sie ihr Kind in den ersten Jahren betreuen lassen wollten, nur wenig Einfluss gehabt. Eine Kita-Fernhalteprämie, wie Kritiker das Betreuungsgeld nannten, war die Leistung nur bei einem kleinen Anteil der Familien. Andersherum ist aus der Studie - wie bei 150 Euro im Monat zu erwarten war - auch nicht zu lesen, dass Mütter, die für ihre Kinder am liebsten für viele Jahre aus dem Job aussteigen wollten, dies nur wegen des Betreuungsgelds konnten und taten.

In Bezug auf Kinder aus Migrantenfamilien unterstreicht die Studie allerdings ein Problem: Besonders Eltern, die zu Hause mit ihren Kindern kein Deutsch sprechen, haben die Leistung überdurchschnittlich oft bezogen. Es müsse deshalb weiter dafür geworben werden, sagt DJI-Direktor Rauschenbach, "dass vor allem Kinder mit Migrationshintergrund für eine verbesserte sprachliche Förderung und notwendige kulturelle Integration die bestmöglichen Angebote öffentlich geförderter Betreuung erhalten".

Der vollständige Artikel zu finden auf spiegel.de

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3.
Kinderarmut in Deutschland: Große regionale Unterschiede, hohes Risiko für Flüchtlinge

Fast jedes fünfte Kind in Deutschland (19 Prozent) lebt in einem Haushalt, der von Einkommensarmut betroffen ist. Im Verlauf der letzten Jahre stagnierte die Kinderarmut auf diesem hohen Niveau, sie ist allerdings im Vergleich zum Höchststand Mitte der 2000er Jahre gesunken. Höhe und Entwicklungstendenzen der Kinderarmut unterscheiden sich regional stark. Während in Bremen 33,1 Prozent, in Sachsen-Anhalt 28,7 Prozent und im Regierungsbezirk Düsseldorf 25,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen in armen Haushalten leben, sind es in den Regierungsbezirken Oberbayern, Oberpfalz und Tübingen lediglich 9,1 bis 10,5 Prozent. Das zeigen die neuesten verfügbaren Daten aus dem Mikrozensus, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung für alle Bundesländer und detailliert für insgesamt 39 Regionen der Bundesrepublik ausgewertet hat.

Vor dem Hintergrund der starken Zuwanderung könnte die Kinderarmut in den kommenden Jahren spürbar steigen, erwartet WSI-Sozialexperte Dr. Eric Seils. Entscheidender Faktor, um Kinderarmut zu verhindern, seien Berufstätigkeit und existenzsichernde Einkommen der Eltern.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung vom 11.01.2016, die detaillierte Auswertung zu finden hier

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4.
Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderkommission des Deutschen Bundestages muss verbindliche Impulse zur Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland geben

Das Deutsche Kinderhilfswerk erwartet von der Kinderkommission des Deutschen Bundestages in den nächsten Monaten verbindliche Impulse bei der Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland. „Wir begrüßen es sehr, dass in der Kinderkommission dem Thema Kinderarmut mit fünf Anhörungen breiter Raum gegeben wird. Hier setzen wir darauf, dass die Kinderkommission nicht nur Denkanstöße gibt und Handlungsvorschläge erarbeitet, sondern dass diese Impulse auch ganz konkret in der weiteren parlamentarischen Arbeit und im Regierungshandeln ihren Niederschlag finden. Rund drei Millionen von Armut betroffene Kinder und Jugendliche in einem reichen Industriestaat wie Deutschland sind ein Skandal. Wir brauchen mehr Anstrengungen zur Bekämpfung der Kinderarmut und zur Herstellung von Chancengerechtigkeit. Denn aktuelle Untersuchungen wie der Social Justice Index der Bertelsmann Stiftung, die neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung oder die Shell Jugendstudie zeigen eindringlich, dass Kinder in Armut immer weiter abgehängt werden. Hier müssen endlich Lösungen her“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, anlässlich des Wechsels beim Vorsitz der Kinderkommission von Susann Rüthrich zu Norbert Müller und der Vorstellung der weiteren Arbeitsschwerpunkte.

„Auch dass die Situation der Kinder- und Jugendhilfe unter dem Gesichtspunkt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge thematisiert wird, stellt einen wichtigen Impuls dar. Hier sollte eine erste Bestandsaufnahme der Auswirkungen des im November 2015 in Kraft getretenen Gesetzes zur Umverteilung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge erfolgen“, so Hofmann weiter.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 13.01.2016, das Programm Norbert Müller und ein Interview mit ihm anlässlich der Übernahme des Vorsitzes der Kinderkommission zu finden auf seiner Webseite

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5.
Was bringt die Kindergrundsicherung? Expertise des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik

Rund um die monetären familienpolitischen Leistungen gibt es naturgemäß gesellschaftliche Verteilungskämpfe. Vor allem auf einem drängenden, sozialpolitischen Arbeitsfeld – der Kinderarmut – macht das Schlagwort „Kindergrundsicherung“ die Runde. Aber wie realistisch, finanzierbar und umsetzbar sind die unterschiedlichen Konzepte? Das FFP hat eine Expertise erstellt.

Brauchen wir eine Kindergrundsicherung?

Als Reform verspricht die Kindergrundsicherung mehr Transparenz, eine Reduzierung von Antragshürden sowie eine Vereinfachung des Familienlastenausgleichs.
Zugleich  stellt diese Reform im Kontrast zu anderen, mehr oder weniger umfangreichen Ansätzen die umfassendste Umgestaltung des bestehenden Systems dar. Mehr noch, sie verlangt die komplette Neugestaltung finanzieller Förderung und steuerlicher Entlastung von Familien.

Wissenschaftlich fundiertes Bewertungsraster

Das FFP liefert mit der „Expertise zum Thema Kindergrundsicherung“ einen Überblick über bestehende Konzepte und entwickelt ein Raster, welches deren Einordnung und Bewertung ermöglicht.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik vom 20.01.2016, dort auch die Expertise zum download.

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6.
Keine E-Zigaretten für Minderjährige

Das geplante Konsum- und Abgabeverbot von E-Zigaretten und E-Shishas wird von Experten einhellig begrüßt. In einer öffentlichen Anhörung des Familienausschusses am Montag sprachen sich die geladenen sieben Sachverständigen ausdrücklich für den entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung (18/6858) aus. Zugleich mahnten sie jedoch verstärkte Bemühungen im Bereich der Prävention an und forderten an mehreren Stellen Verschärfungen der Gesetzesvorlage. Mit dem Gesetz soll das Abgabe- und Konsumverbote für Tabakwaren im Jugendschutzgesetz und im Jugendarbeitsschutzgesetz auf elektronische Zigaretten und Wasserpfeifen ausgeweitet werden. Die Experten betonten, dass der Konsum von elektronischen Zigaretten und Shishas entgegen der weitverbreiteten Meinung zu gravierenden Gesundheitsschäden führen kann.

Der Leiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes Berlin-Mitte, Matthias Brockstedt, und Heino Stöver von der Frankfurt University of Applied Sciences sprachen sich für verstärkte Präventionsmaßnahmen aus, um Jugendliche über die gesundheitsschädliche Wirkung von E-Zigaretten und E-Shishas zu informieren. "Verbote allein reichen nicht aus", sagte Brockstedt. Dieser Forderung schlossen sich übereinstimmend alle anderen Experten an. Karl-Josef Eßer von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und Robert Loddenkemper von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beratungsmedizin warnten zudem eindringlich vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Passivrauchens von elektronischen Zigaretten. Im Sinne des Jugendschutzes müsse über ein Konsumverbot für Erwachsene in der Anwesenheit von Minderjährigen beispielsweise in Autos nachgedacht werden. Auch diese Forderung von den übrigen Sachverständigen unterstützt.

Mehr dazu in der Quelle: Heute im Bundestag 12

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7.
Deutsches Kinderhilfswerk kritisiert Bedeutungsverlust der Kinder- und Jugendarbeit

Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisiert den schleichenden Bedeutungsverlust der Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland. Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass der Anteil der Aufwendungen für die Kinder- und Jugendarbeit an den Gesamtausgaben der Kinder- und Jugendhilfe mit gerade einmal 4,52 Prozent den niedrigsten Wert seit Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes erreicht hat. Dem Ausgabenanstieg für die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt um knapp 2,3 Milliarden Euro steht für den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit nur ein leichter Anstieg der Ausgaben um rund 15,6 Millionen Euro entgegen. Angesichts der wachsenden Herausforderungen für die Kinder- und Jugendarbeit ist diese Entwicklung mehr als bedenklich.

„Die leicht gestiegenen Ausgaben für die Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland gleichen so gerade einmal die Inflationsrate aus. Für die Kinder- und Jugendarbeit stehen derzeit nur rund 10 Euro monatlich pro Kind zur Verfügung. Das ist viel zu wenig. Durch diese chronische Unterfinanzierung müssen immer wieder Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen ihre Arbeit einstellen. Das ist insbesondere angesichts der rund drei Millionen Kinder und Jugendlichen, die in unserem Land von Armut betroffen sind, ein großes Problem. Denn diese Kinder leiden aufgrund ihrer oftmals erhöhten Förderbedarfe besonders unter einer schlechten finanziellen Ausstattung der Kinder- und Jugendarbeit. Armut stellt für Kinder ein bedrohliches Entwicklungsrisiko dar. Es ist deshalb erforderlich, dass alle Beteiligten der Kinder- und Jugendarbeit eine besondere Empathie für diese Gruppe entwickeln. Das ist jedoch nur möglich, wenn entsprechende Personal- und Ausstattungsressourcen vorhanden sind – in Jugendzentren, Verbänden, Zirkusprojekten und Zeltlagern, auf dem Abenteuerspielplatz, auf der Straße, an Szenetreffpunkten oder im Spielmobil“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 15.01.2016

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8.
Datenreport Frühe Hilfen 2015 erschienen

Warum nehmen einige Familien Angebote der Frühen Hilfen an, andere jedoch nicht? Welche Familien profitieren besonders und wo besteht Handlungsbedarf? Antworten auf diese Fragen liefert der Datenreport Frühe Hilfen 2015, der vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in Kooperation mit der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der Technischen Universität Dortmund herausgegeben wurde.

So ist eines der Ergebnisse, dass die Inanspruchnahme von Frühen Hilfen und anderen Unterstützungsleistungen für Familien mit Kleinkindern nach Bildungsgrad stark variiert. Mit zunehmender Bildung nimmt die Inanspruchnahme von Geburtsvorbereitungskursen, Hebammenhilfe, Familien- und Stadtteilzentren und Eltern-Kind-Gruppen zu. Andere Angebote, die eher bei spezifischen Problemen relevant werden, wie Schwangerschaftsberatung, Familien- und Erziehungsberatungsstellen oder Familienhebammen, werden häufiger von bildungsbenachteiligten Familien in Anspruch genommen. Der Datenreport präsentiert Daten, Analysen und Ausblicke aus überregionalen Studien zur aktuellen Entwicklung und Ausgestaltung von Frühen Hilfen in Deutschland. Unter anderem werden Ergebnisse aus der Kommunalbefragung des NZFH vorgestellt, die durch die Bundesinitiative Frühe Hilfen angestoßen wurde. Demnach zeigt sich, dass der Aufbau von Netzwerken Frühe Hilfen nahezu abgeschlossen ist. In fast 100 Prozent der befragten Kommunen existieren eines oder mehrere Netzwerke Frühe Hilfen, womit gute strukturelle Voraussetzungen für den Erfolg Früher Hilfen geschaffen wurden.

Der Datenreport Frühe Hilfen 2015 zum Download unter www.fruehehilfen.de

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9.
Qualitätsgesetz für Kitas ist möglich und nötig

Der Bund verfüge über die notwendige Gesetzgebungskompetenz, die Länder seien für die Umsetzung zuständig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Rechtsgutachten von Prof. Joachim Wieland von der Universität für Verwaltungsrecht Speyer, das er diese Woche in Berlin vorgestellt hat.

Eine bundesgesetzliche Regelung sei erforderlich, um gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen sowie die Rechts- und Wirtschaftseinheit in Deutschland zu wahren, erklärte Wieland. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatte die Expertise in Absprache mit dem Deutschen Caritasverband (DCV) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Auftrag gegeben. "Rechtlich ist damit der Weg frei für ein Bundesqualitätsgesetz", stellen die drei Organisationen fest. "Jetzt ist der politische Wille von Bund, Ländern und Kommunen erforderlich, um die Qualität in den Kindertageseinrichtungen in den Vordergrund zu rücken", unterstreicht der Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, Georg Cremer.

Kinder verschiedener Nationalitäten zeigen auf Kärtchen mit Begrüßungsworten viele SprachenIn der Caritas-Kita St. Nikolaus in Lebach ist Vielsprachigkeit kein Problem.Gaby Jacquemoth

GEW-Vorsitzende Marlis Tepe betont, dass Kinder pädagogische Fachkräfte brauchten, die durch bessere Rahmenbedingungen entlastet werden, um die gesellschaftlichen Anforderungen erfüllen zu können: "Dazu gehören eine bessere Fachkraft-Kind Relation, ausreichende Vor- und Nachbereitungszeit für pädagogische Fachkräfte, hinreichende Freistellung von Kita-Leitungen sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Für die finanzielle Absicherung dieser Qualitätsstandards müssen Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen."

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung der Caritas vom 20.01.2016

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10.
Gesundheitsfachberufe – Petition der DAKJ zum Erhalt des eigenständigen Berufsbildes der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass im neuen Pflegeberufegesetz das eigenständige Berufsbild der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erhalten bleibt. Wenn die generalistische Pflegegrundausbildung stattfinden soll, dann muss im Gesetz eine ausreichende Spezialsierung bzw. Schwerpunktsetzung für die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege festgelegt werden, die der aktuellen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Berufe in der Krankenpflege (2003) entspricht.

Begründung

Im bisherigen Entwurf mit der generalistischen Pflegeausbildung wird nicht der Bedarf für die kompetente pflegerische Versorgung von Frühgeborenen bis Jugendlichen und ihren Familien für Deutschland gesichert. Der allgemeinen Pflegegrundausbildung müsste sich eine spezialisierte Weiterbildung anschließen, deren Kosten bisher nicht geklärt und voraussichtlich auch nicht gesichert ist. In Folge dessen würde z.B. für deutsche Kinderkliniken nicht mehr ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen. Eine Auszubildende in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege muss genügend Gelegenheit haben, neben dem entsprechenden spezifischen Unterrichtsangebot ihre pflegerische Handlungskompetenz bei Kindern unterschiedlicher Altersstufen zu entwickeln. Der Gesetzgeber hat die Pflicht, Kinder als die Zukunft unserer Gesellschaft zu schützen. Der bisherige Beruf der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege leistet dazu einen wertvollen Beitrag, der auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben sollte.

Der erhöhte Personalbedarf für die pflegerische Versorgung alter Menschen in unserer Gesellschaft ist gewiss auch mit Erhalt der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu sichern.

Zur Petition geht es über diesen link.

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11.
Von Kiel bis Konstanz: So viel Geld investieren die Bundesländer in die Bildung der Flüchtlingskinder

Der finanzielle Aufwand für die Schulbildung der ankommenden Flüchtlingskinder geht in die Milliarden. Doch die 16 Bundesländer krempeln offensichtlich die Ärmel hoch, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. So sieht es konkret in den Bundesländern aus.

Geschätzt eine Million Flüchtlinge werden bis Ende des Jahres nach Deutschland gekommen sein, darunter viele Familien mit Kindern, die in deutsche Schulen integriert werden sollen. Die verschiedenen Bundesländer agieren unterschiedlich, hier ein Überblick.

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12.
Studie zur Aufnahme von Flüchtlingen in den Bundesländern und Kommunen Behördliche Praxis und zivilgesellschaftliches Engagement

Bei der Unterbringung von Geflüchteten gehen die Kommunen sehr unterschiedliche Wege. In einer von der Bosch Stiftung geförderten Studie untersuchte das ZTG in Kooperation mit dem Institut für Protest- und Bewegungsforschung und dem Institut für demokratische Entwicklung und soziale Integration das Vorgehen beispielhaft in mehreren Kommunen. Dabei zeigt sich u.a., dass sich ablehnende Reaktionen durch ein transparentes Vorgehen und die Einbeziehung der Zivilgesellschaft reduzieren lassen.

Flüchtlinge in Deutschland leben oft für lange Zeit in Gemeinschaftsunterkünften. Das ist nicht nur belastend für die Bewohner, sondern sorgt auch für geringere Unterstützung und Akzeptanz der Flüchtlinge in der lokalen Bevölkerung. Positiv auf die Integration wirken eine langfristig dezentrale Unterbringung, frühzeitige Information und Beteiligung der Bevölkerung sowie die Einbindung der Flüchtlinge in das Leben vor Ort.

Die komplette Studie als pdf zum download hier

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13.
Integration Geflüchteter durch Medienpädagogik fördern

GMK stellt Ergebnisse ihrer Mitgliederbefragung für Medienprojekte vor

Integrationsprozesse, so die einhellige Meinung der Befragten, können durch Medien gestärkt werden und damit den Spracherwerb sowie die politische und kulturelle Bildung unterstützen. Themen der Alltags- und Konsumkultur sowie ethische und religiöse Aspekte können mit Hilfe von Smartphones, Apps und Laptops mit und durch die Betroffenen diskutiert und Geflüchtete in ihrer Selbständigkeit gefördert werden. Medienkompetenz muss gerade im Hinblick auf die Nutzung des Internets gestärkt werden, um Geflüchtete zu befähigen, die demokratischen Potenziale zu nutzen und (mit)gestalten zu können.

Um den Prozess der Integration wirkungsvoll voranzubringen, sind sofort und in den kommenden Jahren umfangreiche Förderinitiativen notwendig, um die vorhandenen Strukturen so auszubauen und zu vernetzen, damit Geflüchtete effektiv unterstützt werden können.

Mobile Medien nehmen im Alltag von Flüchtlingen wichtige Organisationsfunktionen ein. In zahlreichen Fernsehberichten ist zu sehen, wie Flüchtlinge mit ihren Smartphones Kontakt zu Landsleuten und ihrer Familie suchen oder Bilder und Informationen austauschen. Digitale Medien sind insofern für Flüchtlinge bzw. Geflüchtete als Identitäts-, Erinnerungs- und Kommunikationswerkzeuge unentbehrlich. Zudem bieten Medien eine stabilisierende Funktion: Sie begleiten die Flüchtlinge bei ihrem Ankommen im Aufnahmeland und bieten ihnen erste Orientierung. Diverse Hilfestellungen, etwa Übersetzungs-Apps oder Navigationssysteme, erleichtern zudem das Zurechtfinden in der neuen Umgebung.

Gleichzeitig weisen neueste Studien darauf hin, dass ein kompetenter Umgang mit digitalen Medien keineswegs selbstverständlich ist. So zeigt die Untersuchung von Kutscher und Kreß (2015) in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk zum Medienumgang von unbegleiteten jungen Flüchtlingen, dass kaum Kenntnisse über Datenschutz oder nicht-kommerzielle Unterstützungsangebote vorhanden sind.

Als medienpädagogischer Dach- und Fachverband hat die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) in Kooperation mit der Universität Paderborn ihre über 1000 Mitglieder zu medienpädagogischen Aktivitäten mit Geflüchteten befragt und künftige Bedarfe ermittelt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die medienpädagogische Arbeit mit Geflüchteten bisher noch am Anfang steht. Zugleich gibt es einige Projekte, die zeigen, wie sich medienpädagogische Praxis in der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen gestalten kann: Zumeist geht es um medienpraktisch angelegte Aktivitäten (71%) – etwa fotografische Stadteilerkundungen oder selbstproduzierte Erklärfilme (Tutorials). Zielgruppe sind vorwiegend Jugendliche (75%) und Kinder (47%). Dagegen werden Erwachsene (17%) oder gemischte Altersgruppen (31%) bislang weniger angesprochen. Thematisch geht es überwiegend um Aspekte des Selbstwertgefühls (73%), um Partizipation (61%), Sprachförderung (59%) oder auch um integrationsbezogene Medienarbeit (57%). Viele Angebote sind in die interkulturellen Angebote der Einrichtungen integriert und werden teils von Ehrenamtlichen unterstützt. Den Einschätzungen der Befragten zufolge erfordert ein solches Engagement jedoch hohe Kompetenzen bei den Helfenden, so dass die Angebote zumeist in pädagogischen Einrichtungen und von Fachkräften angeboten werden. Insofern sind die Einrichtungen auf finanzielle Unterstützung angewiesen, da die Arbeit nur eingeschränkt mit dem vorhandenen Personal zu realisieren ist.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung der GMK vom 12.01.2016

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