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Newsletter Kinderpolitik
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Inhalt dieses Newsletters
1. DKHW Festschrift: Kinderrechte in Deutschland: Errungenschaften und Herausforderungen
2. Am Wohl der Kinder darf nicht gespart werden – Aufruf von UNICEF Deutschland und Deutschem Kinderhilfswerk
3. Deutsches Kinderhilfswerk begrüßt geplante Absenkung der Altersgrenze bei Europawahlen
4. Ohne Moos nix los – auch in der Kinder- und Jugendbeteiligung
5. Repräsentative Umfrage zur Sicherheit von Schulwegen – Eltern und Lehrkräfte fordern umfangreiche Maßnahmen
6. Kinderfreundliche Kommunen: Die Auswirkungen von Corona auf das Alltagsleben, Spielen und Bewegen von Kindern
7. Berliner Mobilitätsverwaltung veröffentlicht Leitfaden zur Einrichtung temporärer Spielstraßen
8. Forderungspapier: Recht auf Familienzusammenführung endlich umsetzen
9. Antidiskriminierungsstelle stellt Gutachten zu Kinderdiskriminierung vor
10. BMFSFJ: UN-Kinderrechteausschuss veröffentlicht die Abschließenden Bemerkungen zum Staatenberichtsverfahren
11. Tagungsdokumentation: Störenfriede oder Mitstreiter? Zur Bedeutung von Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe
12. Deutschlands größtes Vorlesefest am 18. November 2022
13. Online-Fachtagung: "Kinderrechte für Alle?! Klassismuskritische Arbeit in Kita und Grundschule" am 24./25. November 2022
1.
DKHW Festschrift: Kinderrechte in Deutschland: Errungenschaften und Herausforderungen

Anlässlich des 50. Jubiläums des Deutschen Kinderhilfswerk e.V. ist eine Festschrift mit kinderrechtlichen Fachbeiträgen erschienen. Die Beiträge stammen von Expertinnen und Experten, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, Deutschland kindgerechter zu gestalten und den Rechten und Interessen von Kindern langfristig zu der ihnen zustehenden vorrangigen Berücksichtigung zu verhelfen.

Dabei geht es in den Beiträgen u.a. von Klaus Hurrelmann, Christoph und Carolin Butterwegge, Thomas Rauschenbach, Lothar Krappmann, Ingrid Paus-Hasebrink und Aladin El-Mafaalani beispielsweise um die wirtschaftliche und soziale Teilhabe aller Kinder, ihre stärkere politische Beteiligung auf allen föderalen Ebenen, um kulturelle Bildung, die Entwicklung kinderfreundlicher Spiel- und Entwicklungsräume sowie Demokratieförderung und Medienbildung. Weitere Themen sind die UN-Kinderrechtskonvention, Gerechtigkeitsdefizite, Perspektiven des Kinderschutzes, Familie sowie Kindheit unter Migrationsbedingungen.

Die Festschrift "Kinderrechte in Deutschland - Interdisziplinäre Perspektiven auf Errungenschaften und Herausforderungen kinderrechtlicher Arbeit in Deutschland" erscheint unter der ISBN 978-3-96848-065-7 im Kopaed Verlag und kostet 18 Euro.

Mehr Infos: Die Festschrift kann hier bestellt werden.

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2.
Am Wohl der Kinder darf nicht gespart werden – Aufruf von UNICEF Deutschland und Deutschem Kinderhilfswerk

Bund, Länder und Gemeinden müssen angesichts der aktuellen Energiekrise alles tun, damit Familien gut durch den Winter kommen und die Kluft zwischen den Kindern in Deutschland nicht größer wird. Dies haben UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk vor dem Bund-Länder-Gipfel zum geplanten Entlastungspaket gefordert.

Gerade in der jetzigen krisenhaften Situation sollten Kinder und Jugendliche unterstützt und gestärkt werden, besonders, wenn sie in benachteiligten Familien aufwachsen. Ihre Interessen gehören in der aktuellen Debatte um finanzielle Prioritäten ganz oben auf die Agenda, so die beiden Kinderrechtsorganisationen. Dies ist aus der Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes und von UNICEF Deutschland unerlässlich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Bereits während der Corona-Pandemie fanden die spezifischen Interessen von Kindern, Jugendlichen und Familien wenig Berücksichtigung. Die negativen Auswirkungen dieser Zeit auf die Bildungschancen, die mentale und körperliche Gesundheit von Kindern sowie die wirtschaftliche Lage von Familien zeigen immer mehr Studien auf.

Die aktuellen Preissteigerungen werden schwerwiegende Folgen für viele Familien haben und zu einer Verschärfung der Kinderarmut in Deutschland führen. Es müsse auch sichergestellt werden, dass Angebote für Betreuung, Schule oder die offene Kinder- und Jugendarbeit sowie günstige Freizeit- und Mobilitätsangebote für Kinder und Jugendliche den Winter unbeschadet überstehen. In den Notfallplänen, die Länder und Kommunen für den Fall einer Unterversorgung mit Gas und Strom ausarbeiten, müssen Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wie beispielsweise Kinderheime höchste Priorität haben.

UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk appellieren an die Bundesregierung sowie die Länder und Kommunen, dass bei allen im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Krise erlassenen Gesetzen, Verordnungen und Maßnahmen das Kindeswohl vorrangig beachtet wird. Darüber hinaus sollten die Interessen und Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien bei der Ausarbeitung von Entlastungspaketen systematisch berücksichtigt werden.

Mehr Infos: Die ganze Pressemitteilung lesen Sie hier.

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3.
Deutsches Kinderhilfswerk begrüßt geplante Absenkung der Altersgrenze bei Europawahlen

Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt anlässlich der Bundestagsdebatte nachdrücklich die geplante Absenkung der Altersgrenze bei Europawahlen auf 16 Jahre. Mit der Absenkung nimmt der Bundestag eine wichtige Chance zum Ausbau der Partizipationsrechte von Jugendlichen wahr. Gerade angesichts des aktuellen demografischen Wandels ist eine Stärkung der Beteiligungsrechte für junge Menschen ein entscheidender Faktor für eine zukunftssichere Gesellschaftspolitik, die mittelfristig auch eine Absenkung des Wahlalters für weitere Volksvertretungen nach sich ziehen sollte.

Neben einer Absenkung des Wahlalters braucht es nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes zudem eine Stärkung der Beteiligungsstrukturen in Kita, Schule und Jugendhilfe, sowie einen Ausbau kommunalpolitischer Beteiligungslandschaften, etwa durch Kinder- und Jugendparlamente mit verbindlichen Beteiligungskonzepten und Mitwirkungsrechten. So wie Mitwirkungsinitiativen vor allem dort funktionieren, wo es eine Begleitung durch Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe gibt, sollte ein Wahlrecht für Jugendliche zu einer Kultur der Demokratiebildung führen, die eine Legitimation unseres demokratischen Systems nachhaltig stärkt.

Zum Thema Wahlalter hat das Deutsche Kinderhilfswerk die Broschüre "Absenkung des Wahlalters - Eine Auseinandersetzung mit Argumenten gegen eine Absenkung der Altersgrenzen bei politischen Wahlen" veröffentlicht. Die Publikation fasst die gängigen Argumente gegen eine Absenkung des Wahlalters aus den zahlreichen Debatten zusammen und stellt entsprechende Fachbeiträge zur Seite, welche die Gegenargumente insbesondere aus kinderrechtlicher Perspektive entkräften.

Mehr Infos: Der Gesetzesentwurf der Ampel-Koalition zum Download (pdf) und die Broschüre des DKHW und fachliche Argumentationshilfen finden Sie hier

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4.
Ohne Moos nix los – auch in der Kinder- und Jugendbeteiligung

Kinder und Jugendparlamente leisten wichtige, demokratische Arbeit. Leider stoßen sie dabei auch an finanzielle Grenzen, denn nur selten haben diese Organe der Kinder- und Jugendbeteiligung eigene Budgets. So werden sie eingeschränkt in der Umsetzung spannender Projekte und informativer Veranstaltungen. Das erschwert auch die Neugewinnung von Mitgliedern und die Öffentlichkeitsarbeit, wichtige Elemente, um Kinder- und Jugendparlamente stark zu machen und zu erhalten.

Deshalb prämiert die Initiative Starke Kinder- und Jugendparlamente mit einem Finanzvolumen von insgesamt 15.000 €  entsprechende Projekte von Kinder- und Jugendparlamenten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und würdigt damit ihr Engagement.

Für die Bewerbung muss eine Kurzbeschreibung des Vorhabens bis zum 02.11.2022 eingereicht werden. Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus dem Jugendbeirat der Initiative Starke Kinder- und Jugendparlamente. Jedes Projekt, das sie überzeugt, kann bis zu 1.000 Euro Förderung erhalten.

Die Initiative Starke Kinder- und Jugendparlamente freut sich über die Möglichkeit das Engagement der Kinder und Jugendliche auf diese Weise würdigen zu können.

Mehr Infos: Das Informationsblatt zum Download (pdf) bietet die wichtigsten Infos auf einen Blick. Weitere Infos und der Link zum Förderportal stehen hier

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5.
Repräsentative Umfrage zur Sicherheit von Schulwegen – Eltern und Lehrkräfte fordern umfangreiche Maßnahmen

Fast ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen erlebt mindestens wöchentlich eine gefährliche Situation vor der eigenen Schule, die durch Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, entsteht. Das geht aus einer repräsentativen forsa-Umfrage hervor, die vom Verband Bildung und Erziehung (VBE), dem Deutschen Kinderhilfswerk und dem ökologischen Verkehrsclub VCD in Auftrag gegeben wurde. Befragt wurden 508 Grundschullehrkräfte sowie 500 Eltern 6- bis 10-jähriger Kinder. Ein deutliches Signal: Eltern als auch Lehrkräfte stimmen darin überein, dass es hilfreiche Maßnahmen gibt, um Schulwege sicherer zu gestalten und sie sind sich weitestgehend einig, welche dies sind. Fakt ist aber auch: In puncto Umsetzung erkennen beide Gruppen deutlichen Nachbesserungsbedarf.

11 Prozent der Grundschullehrkräfte in Deutschland haben im letzten Schuljahr so gut wie täglich, 19 Prozent wöchentlich vor ihrer Schule eine gefährliche Situation erlebt, die durch Eltern, die ihr Kind mit dem Auto brachten, entstanden ist. Diese Zahlen sind alarmierend. Um den Verkehr vor Schulen besser zu regeln und sicherer zu gestalten, halten sehr große Mehrheiten der befragten Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern (91 bzw. 93 Prozent) ausreichend breite, nicht zugeparkte Fußwege für hilfreich. Jeweils etwa neun von zehn Befragten bewerten sichere Überwege wie Zebrastreifen, Ampeln oder Mittelinseln, sowie für Hilfsangebote wie Schülerlotsen oder eine regelmäßige Unterstützung der Polizei als nützlich. Ebenfalls von mehr als acht von zehn Befragten beider Gruppen als hilfreich bewertet: Die Ermutigung von Kindern, den Schulweg eigenständig zu bestreiten.

Ein Blick auf die Maßnahmen, die von den meisten Eltern als auch Lehrkräften als hilfreich erachtet werden, zeigt: In der Realität sind diese häufig nicht vorhanden. So sagen nur 27 Prozent der Eltern und 51 Prozent der Lehrkräfte, dass es ausreichend breite, nicht zugeparkte Fußwege vor Schule gibt. Nur 38 Prozent der Eltern und 58 Prozent der Lehrkräfte geben an, dass sichere Überwege vorhanden sind. Die verkehrspolitische Maßnahme, die laut Eltern (63 Prozent) und Lehrkräften (75 Prozent) am häufigsten vor Schulen umgesetzt ist, sind Geschwindigkeitsreduzierungen wie Tempo 30. Einen deutlichen Mangel erkennen Eltern und Lehrende auch bei sicheren Radwegen. Hier sagen nur 13 Prozent der Lehrkräfte und 12 Prozent der Eltern, dass diese im Schulumfeld vorhanden sind

Fazit: Der Schulweg für Kinder muss sicherer gestaltet werden. Als hilfreich erkannte Maßnahmen müssen umgesetzt werden. Es zeigt sich aber auch, dass Eltern über vorhandene Maßnahmen besser informiert werden müssen.

Mehr Infos: Die gesamten Umfrageergebnisse stehen hier zum Download bereit.

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6.
Kinderfreundliche Kommunen: Die Auswirkungen von Corona auf das Alltagsleben, Spielen und Bewegen von Kindern

Lockdowns, das Ausbleiben von Aktivitäten wie Sportkursen und die steigende Anzahl an Stunden vor dem Bildschirm haben Auswirkungen auf die Bewegung von Kindern und Jugendlichen. In einem vom Verein Kinderfreundliche Kommunen veröffentlichten Fachbeitrag widmet sich Professor Carlos Neto  der Problematik des Bewegungsmangels junger Menschen während der Covid-19-Pandemie und erklärt, weshalb Spielen und Bewegung für die Entwicklung von Kindern fundamental ist und was das für die Straßen und Städte als "Zukunftsorte" bedeutet.

Professor Carlos Neto, Professor an der Fakultät für Menschliche Bewegungslehre an der Universität Lissabon, appelliert vehement dafür, Straßen und Städte neu zu erfinden und sie als Zukunftsort für Kinder mit ästhetischer Würde, beteiligtenorientierten Dynamiken und Aktionsmöglichkeiten zu denken. Laut Luis Manuel Pinto sind die Bedingungen hierfür, dass Erwachsene nicht mehr für Kinder handeln, sondern mit ihnen. Kinder und Erwachsene sollten gemeinsam empowert werden, um alle Beteiligten einer Gesellschaft in die Zukunftsgestaltung zu involvieren. Schulen, Familien und Organisationen brauchen eine Gemeinschaft, um sich entwickeln zu können. Handwerkzeug und Methoden müssen darauf abgestimmt werden, dass Lernen partnerschaftlich für alle Generationen gemeinsam möglich ist. Hierfür müssen Räume für freies, offenes Spielen bereitgestellt werden, denn Kinder sind Spezialist*innen für Raum.

Für unsere Städte und Kommunen bedeutet das, den öffentlichen Raum so zu gestalten, dass er vielfältige Lernorte bietet, in denen sich generationenübergreifend Kreativität und Erneuerung entwickeln können. Gemäß Hochrechnungen der Vereinten Nationen werden bis 2035 zwei Drittel der Weltbevölkerung in städtischem Gebiet leben. Der Handlungsbedarf ist folglich enorm. Ein konkretes Beispiel für eine kindgerechte Umgestaltung der Innenstadt bietet die Kinderfreundliche Kommune Beeskow mit einem Sandkasten auf dem Marktplatz. Außerdem bietet das von UNICEF 2020 herausgegebene Handbuch „Planung und Gestaltung von kinderfreundlichen Lebensräumen. Grundlage, Checklisten, Fallbeispiele“ eine gute Einführung in das, was Kommunen heute tun müssen, um das Morgen zu gestalten.

Mehr Infos: Lesen Sie hier den ganzen Fachbeitrag.

Über „Kinderfreundliche Kommunen“

Seit 10 Jahren begleitet der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. Städte und Gemeinden bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Die UN-Kinderrechtskonvention ist seit 30 Jahren von Deutschland ratifiziert. Über 40 Kommunen haben sich dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ angeschlossen – darunter Hanau, Köln, Potsdam, Regensburg und Wolfsburg.

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7.
Berliner Mobilitätsverwaltung veröffentlicht Leitfaden zur Einrichtung temporärer Spielstraßen

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz Berlin hat kurz vor dem autofreien Tag am 22. September den „Leitfaden zur Einrichtung temporärer Spielstraßen“ veröffentlicht.

Temporäre Spielstraßen sind Straßen oder Straßenabschnitte im Nebennetz, die für einen begrenzten Zeitraum für den Fahrzeugverkehr gesperrt und für Spiel und Austausch mit der Nachbarschaft geöffnet werden.

Das im vorgelegten Leitfaden formulierte Verfahren basiert auf den Erfahrungen, die in den vergangenen drei Jahren mit der Einrichtung temporärer Spielstraßen in verschiedenen Berliner Bezirken gesammelt wurden. Die Spielstraßen müssen dabei festgelegten Kriterien entsprechen: Etwa muss sich der Straßenabschnitt im Nebenstraßennetz befinden, es darf dort keinen ÖPNV-Verkehr geben, auch keine Zufahrt zu Gewerbehöfen, Tiefgaragen oder ähnlichem.

Temporäre Spielstraßen entstehen bislang aus Initiativen der Stadtgesellschaft heraus in enger Abstimmung mit den bezirklichen Straßenbehörden: Die Betreuung der von der Verwaltung eingerichteten temporären Spielstraßen erfolgt durch ehrenamtliche Bürger*innen, den sogenannten Kiezlots*innen. Daher richtet sich der Leitfaden einerseits an die Bezirksämter, indem er ihnen eine praktikable Handlungsempfehlung gibt und die zur Umsetzung erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellt. Andererseits zeigt er Initiativen die nötigen Schritte auf – von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Durchführung von temporären Spielstraßen.

Mit der Vorlage des Leitfadens wird einer Vorgabe des Berliner Mobilitätsgesetzes (MobG BE) entsprochen, Regelungen für die Einrichtung temporärer Spielstraßen zu entwickeln. Das Bündnis temporäre Spielstraßen hat sich hierfür jahrelang engagiert und entsprechend eingebracht.

Mehr Infos: Der Leitfaden steht hier zum Download bereit. Mehr Informationen zum Bündnis temporäre Spielstraßen finden Sie hier.

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8.
Forderungspapier: Recht auf Familienzusammenführung endlich umsetzen

Ein breites Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen, einschließlich des Deutschen Kinderhilfswerkes, fordert die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen mit Nachdruck auf, die im Koalitionsvertrag angekündigten Verbesserungen beim Familiennachzug im nächsten Gesetzesentwurf vollumfänglich umzusetzen. Dabei muss der Verwirklichung des Grundrechts auf Familienleben der Betroffenen und der vorrangigen Achtung des Kindeswohl der beteiligten Kinder die oberste Priorität eingeräumt werden.

Die Forderungen der Organisationen:

1. Den Rechtsanspruch auf Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten wiederherstellen.

2. Den Rechtsanspruch für Geschwister beim Elternnachzug zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten verankern.

3. Die aktuellen EuGH-Urteile bezüglich des Zeitpunkts der Minderjährigkeit für volljährig werdende und bereits im Verfahren volljährig gewordene Minderjährige umsetzen.

4. Administrative Hürden im Visumsverfahren abbauen durch digitale Antragstellung und ausreichende Finanzierung.

5. Das Erfordernis von Sprachkenntnissen vor der Einreise generell abschaffen

Mehr Infos: Das Forderungspapier zum Download (pdf).

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9.
Antidiskriminierungsstelle stellt Gutachten zu Kinderdiskriminierung vor

Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen aufgrund ihres Alters muss viel ernster genommen werden als bisher: Darauf hat die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, vor dem Weltkindertag (20. September) hingewiesen. „Nicht nur ältere Menschen erleben Altersdiskriminierung, sondern auch Kinder und Jugendliche“, sagte Ataman. Das Verbot der Altersdiskriminierung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz gelte in jedem Alter.

Das von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Auftrag gegebene Gutachten „Diskriminierung von und wegen Kindern“ zeigt: Auch in der Rechtsprechung wird die Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen als Rechtsverstoß zu zögerlich geahndet – auch, weil der Begriff „Altersdiskriminierung“ mit hohem Alter gleichgesetzt wird. Die Autor*innen schlagen daher vor, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zu präzisieren: Der Begriff des „Alters“ sollte durch „Lebensalter“ ersetzt werden. Eine solche Klarstellung könnte dazu beitragen, dass das Bewusstsein für Diskriminierung junger Menschen geschärft wird.

Das Gutachten macht außerdem deutlich, dass in Deutschland – anders als in vielen anderen EU-Ländern – auch Eltern nicht ausreichend vor Diskriminierung geschützt sind. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes spricht sich daher dafür aus, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz um das Merkmal der „Fürsorgeverantwortung“ zu erweitern. So können Eltern besser gegen Diskriminierungen vorgehen, wenn sie beispielsweise im Arbeitsleben als Mütter oder Väter benachteiligt werden.

Mehr Infos: Das ganze Gutachten und eine Zusammenfassung können hier heruntergeladen werden.

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10.
BMFSFJ: UN-Kinderrechteausschuss veröffentlicht die Abschließenden Bemerkungen zum Staatenberichtsverfahren

Drei Wochen nach der Anhörung Deutschlands zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention hat der UN-Kinderrechteausschuss in Genf seine Empfehlungen, die sogenannten „concluding observations“, vorgelegt. Positiv bewerten die unabhängigen Kinderrechtsexpert*innen unter anderem das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, das Ganztagsförderungsgesetz, die Änderung des Jugendschutzgesetzes und das Gesetz zum Schutz von Kindern vor geschlechtsverändernden operativen Eingriffen.

Verbesserungsbedarf sieht der Ausschuss unter anderem beim Thema Gewalt gegen Kinder und sexuellem Missbrauch, beim Schutz von Minderheiten vor Diskriminierung und beim Umgang mit minderjährigen Geflüchteten. Darüber hinaus regt das Gremium an, die Anstrengungen hinsichtlich Monitoring und Datenerhebung zur Situation von Kindern und Jugendlichen zu verstärken.

Nachdrücklich begrüßt der Ausschuss die gesetzlichen Regelungen und Strategien zur stärkeren Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, darunter auch, dass in einigen Bundesländern das Wahlalter bei Kommunalwahlen auf 16 Jahre herabgesenkt worden ist. Hier ermutigen die Kinderrechtsexpertinnen und -experten Deutschland, noch weitere Schritte zu gehen.

Eine deutsche Übersetzung soll in Kürze veröffentlicht werden.

Mehr Infos: Die Meldung des BMFSFJ und die Concluding Observations zum Download (pdf).

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11.
Tagungsdokumentation: Störenfriede oder Mitstreiter? Zur Bedeutung von Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe

Die Tagungsdokumentation zum Fachtag „Störenfriede oder Mitstreiter? Zur Bedeutung von Ombudschaft in der Kinder- und Jugendhilfe“ vom 29.04.2022 ist online. Sie bietet einen spannenden Einblick in die Arbeit der Ombudsstellen der Kinder- und Jugendhilfe. Die Länder haben mit Inkrafttreten des Kinder- und Jugendschutzgesetzes den gesetzlichen Auftrag erhalten, unabhängige Ombudsstellen bedarfsgerecht zu errichten. Wie die Bundesländer dies im einzelnen umsetzen, und was noch benötigt wird, um bedarfsgerechte und niedrigschwellige Strukturen zu errichten, diskutierten die Vertreter*innen von Ländern und Ombudsstellen.

Mehr Infos: Hier steht die Dokumentation (pdf) zum Download bereit.

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12.
Deutschlands größtes Vorlesefest am 18. November 2022

Der Bundesweite Vorlesetag am 18. November, eine Initiative von DIE ZEIT, Deutsche Bahn Stiftung und Stiftung Lesen, setzt jährlich ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens und hat sich als wichtigstes Vorlesefest Deutschlands etabliert.

Noch nie war Vorlesen so wichtig! Gemeinsames Vorlesen verbindet nicht nur und schafft Nähe – Vorlesen ist auch die wichtigste Voraussetzung, um selbst gut lesen zu lernen und damit der Schlüssel für den Zugang zu Bildung und beruflichem Erfolg. Das diesjährige Motto „Gemeinsam einzigartig“ stellt neben der Gemeinschaft die Individualität des und der Einzelnen in den Fokus. Denn respektvolles Zusammenleben und Wertschätzung untereinander sind wichtige Bestandteile einer demokratischen Gesellschaft. Um dieses Thema zu unterstützen, stehen passende Leseempfehlungen auf der Website bereit.

Mitmachen ist ganz einfach: Wer Spaß am Vorlesen hat, schnappt sich eine Geschichte und liest anderen etwas vor. Bei der Gestaltung der eigenen Vorleseaktion sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Viele Aktionen finden in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken, Buchhandlungen oder digital statt. Aber auch ungewöhnliche Vorleseorte sind beliebt: Von Lesungen in Parks über Museen bis in Fußgängerzonen darf alles mit dabei sein.

Mehr Infos: Melden Sie sich hier auf der Webseite des Vorlesetags an. Eine Liste mit Leseempfehlungen finden Sie hier.

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13.
Online-Fachtagung: "Kinderrechte für Alle?! Klassismuskritische Arbeit in Kita und Grundschule" am 24./25. November 2022

Das Kompetenznetzwerk Demokratie im Kindesalter des Deutschen Kinderhilfswerkes veranstaltet am 24. Und 25. November eine digitale Fachtagung zu klassismuskritischer Arbeit in Kitas und Grundschulen.

Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen. Diese Zahl bleibt seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Die Corona-Krise und nun auch die steigende Inflationsrate und die hohen Preise für Energie und Lebensmittel durch den Krieg in der Ukraine verschlechtern die ohnehin schon prekäre Lage der Betroffenen enorm.

Die UN-Kinderrechtskonvention betont in Art. 2, dass alle Kinder unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihres sozialen Status die gleichen Rechte besitzen. Doch sozial benachteiligte Kinder sind nicht nur ökonomisch schlechter gestellt, ihnen wird der Zugang zum kulturellen Leben und zu digitalen Teilhabemöglichkeiten erschwert, sie haben schlechtere Chancen auf Erfolg im Schulsystem und auf ihrem weiteren Bildungsweg.

Gemeinsam mit Expert*innen, Praktiker*innen, Verbands- und Elternvertreter*innen möchten das Kompetenznetzwerk ins Gespräch darüber kommen, welche Auswirkungen die oft fest verankerten klassistischen Strukturen sowie Diskriminierungen auf die kinderrechtebasierte Demokratiebildung in Kita, Hort und Ganztag haben und wie man dem in der pädagogischen Praxis begegnen kann. Freuen Sie sich unter anderem auf spannende Beiträge von Dr. Francis Seeck und Dr. Jan Niggemann sowie informative Workshops zum Thema Klassismus in verschiedenen Bildungsbereichen.

Mehr Infos: Das Programm zur Tagung können Sie hier herunterladen (pdf). Anmeldungen sind ab sofort unter folgendem Link bis zum 11. November 2022 möglich.

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