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Inhalt dieses Newsletters
1. Deutsches Kinderhilfswerk: Erhöhung von Kindergeld und Hartz IV-Regelsatz für Kinder völlig unzureichend
2. Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: Elternzeit kann noch Jahre später für die Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung von Bedeutung sein
3. Offenes Treffen des BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung 2016 am 11./12. März 2016 im Südstadtforum in Nürnberg
4. Jetzt bewerben für die Goldene Göre 2016, Deutschlands höchstdotiertem Preis für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
5. Förderprogramm „Vielfalt in Partizipation“: Ausbau von Beteiligungsformen für junge Menschen aus dem Zukunftsplan Jugend
6. Deutsches Kinderhilfswerk: Integration von Flüchtlingskindern stärker in den Fokus rücken
7. Repräsentative Umfrage zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland
8. Experten fordern einheitliche Schulpflicht für Flüchtlingskinder in allen Bundesländern
9. „Internet ist gleich mit Essen“ - Studie zur Bedeutung der digitalen Medien für das Leben und Überleben von unbegleiteten Flüchtlingskindern
10. Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin fordert von der Politik Stufenplan für Flüchtlingskinder
11. Internet Guide für Kids – Deutsches Kinderhilfswerk, fragFINN.de und FSM veröffentlichen interaktive Online-Version
12. Jährlicher Report der EU-Kommission zur Umsetzung der EU-Grundrechtecharta
13. Positionspapiere der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ zu Kinderrechten ins Grundgesetz und der Stärkung kommunaler Kinder- und Jugendbeteiligung
14. Kabinett beschließt Bericht zur Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes
15. SPIELRAUM:TALKS im Rahmen der Grünbau auf der bautec Berlin am 16. Februar 2016
1.
Deutsches Kinderhilfswerk: Erhöhung von Kindergeld und Hartz IV-Regelsatz für Kinder völlig unzureichend

Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisiert die Erhöhung des Kindergeldes und des Regelsatzes für Kinder im Hartz IV-Bezug zum 1. Januar 2016 als völlig unzureichend. „Zwei Euro mehr Kindergeld und drei Euro Regelsatzerhöhung für Kinder im Hartz IV-Bezug sind ein Hohn. Mit diesen mickrigen Beträgen werden wir es nicht schaffen, die Kinderarmutsquote in Deutschland zu senken. Rund drei Millionen von Armut betroffene Kinder und Jugendliche in Deutschland sind eine Schande für unser Land“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Durch die steuerlichen Kinderfreibeträge ist die monatliche Nettoentlastung für Spitzenverdiener bereits jetzt wesentlich höher als das Kindergeld. Hier klafft eine Lücke von annähernd 100 Euro. Jedes Kind sollte uns aber gleich viel wert sein. Und wenn wir einem 5-jährigen Kind im Hartz IV-Bezug täglich 2,94 Euro für Essen und Trinken zugestehen und einem 13-jährigen 19 Cent für Gesundheitspflege, hat das mit einem soziokulturellen Existenzminimum, wie es das Bundesverfassungsgericht fordert, nichts zu tun“, so Krüger weiter.

Nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes muss die Bundesregierung dringend die Teilhabechancen von armen Kindern in Deutschland stärker in den Blick nehmen. Aktuelle Untersuchungen wie der Social Justice Index der Bertelsmann Stiftung oder die Shell Jugendstudie zeigen eindringlich, dass es in Deutschland mehr Anstrengungen zur Bekämpfung der Kinderarmut und zur Herstellung von Chancengerechtigkeit braucht. Denn Kinder in Armut werden immer weiter abgehängt. „Ein Nationales Programm gegen Kinderarmut mit einem deutlich  verbesserten Bildungszugang, der die Auflösung der starken Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft ins Auge fasst, ist das Gebot der Stunde. Hier müssen Bund und Länder schleunigst handeln“, so Krüger weiter.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 29.12.2015

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2.
Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: Elternzeit kann noch Jahre später für die Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung von Bedeutung sein

Wenn Mütter eine längere Elternzeit nehmen, so ist auch nach der Rückkehr beider Eltern in den Beruf die Arbeitsteilung in der Familie traditioneller als bei einer kürzeren Elternzeit der Mutter. Wenn Väter dagegen auch nur eine kurze Elternzeit nehmen, scheinen sich die traditionellen Strukturen zu verändern, sodass die Familienarbeit auch noch Jahre später gleichmäßiger zwischen den Partnern aufgeteilt wird. Dies trifft zumindest dann zu, wenn die Väter nicht gleichzeitig mit ihrer Partnerin Elternzeit nehmen, sondern eine Zeitlang alleinverantwortlich sind.

Eine aktuelle Studie der beiden Familienforscherinnen Pia Schober vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Gundula Zoch von der Bamberg Graduate School of Social Sciences liefert auf der Grundlage der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) der Jahre 1992 bis 2012 neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Länge der Elternzeit und späterer Aufteilung der Familienarbeit zwischen den Partnern und zeigt mögliche Ursachen auf. „Wenn man – wie von vielen Eltern gewünscht – eine gleichmäßige Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung erreichen will, sind Maßnahmen wie die Einführung des Elterngeldes durchaus bedeutsam“, lautet das Fazit von Pia Schober.??

Seit der Elterngeldreform 2007 erhalten Eltern in Deutschland bis zu 14 Monate nach der Geburt eines Kindes einen einkommensabhängigen Transfer, wenn sie ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, um sich der Familie zu widmen. Insbesondere zur Bedeutung der Erwerbsunterbrechung von Müttern für die mittelfristige Aufteilung der Familienarbeit gibt es bisher kaum empirische Befunde. Im Durchschnitt hatten die befragten Mütter in Doppelverdienerpaaren ihre Erwerbstätigkeit für zwei Jahre unterbrochen. Die Ergebnisse von Schober und Zoch zeigen, dass Mütter, die ein Jahr länger Elternzeit genommen hatten, im vierten Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes ihre Hausarbeitszeit um eine Viertelstunde pro Tag und ihren Anteil an der Hausarbeit um vier Prozentpunkte erhöhten. Ihr Anteil an der Kinderbetreuung lag um circa sechs Prozentpunkte höher als bei Müttern mit kürzerer Elternzeit. Dies entspricht mehr als einer Stunde pro Tag zusätzlich an Hausarbeitszeit. Gleichzeitig trugen ihre Partner weniger zu Hausarbeit und Kinderbetreuung bei. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes waren die Mütter mit einer längeren Elternzeit zwei Prozentpunkte mehr mit Hausarbeit und circa drei Prozentpunkte mehr mit Kinderbetreuung beschäftigt.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vom 10.12.2015

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3.
Offenes Treffen des BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung 2016 am 11./12. März 2016 im Südstadtforum in Nürnberg

Schwerpunktthema: Kreative Methoden in der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen 

Das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung ist ein bundesweites Netzwerk von Fachkräften aus dem Bereich der Kinder- und Jugendbeteiligung. Kinder und Ju-gendliche haben das Recht, dass sie an allen sie betreffenden Entscheidungen betei-ligt werden. Das BundesNetzwerk setzt sich dafür ein, dass diesem Recht sowohl in der Alltagspraxis als auch durch konkrete gesetzliche Bestimmungen zur Durchset-zung verholfen wird.

Das Treffen richtet sich an Aktive aus dem Bereich der Kinder- und Jugendbeteili-gung, Moderatorinnen und Moderatoren sowie Trainerinnen und Trainer. Es findet in diesem Jahr in Kooperation mit der Kinderkommission der Stadt Nürnberg statt. In thematischen Arbeitsgruppen werden auf dem Treffen Ansätze und Positionen entwi-ckelt, mit denen sich das BundesNetzwerk konkret zu beteiligungsrelevanten The-men positioniert. Gleichzeitig bietet das Treffen Raum für kollegialen Austausch so-wie Input von Expertinnen und Experten zum Thema Kinder- und Jugendbeteiligung.

Weitere Informationen und Anmeldeformular auf Kinderpolitik.de

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4.
Jetzt bewerben für die Goldene Göre 2016, Deutschlands höchstdotiertem Preis für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Ab sofort können sich auf dkhw.de wieder Projekte für die Goldene Göre online bewerben. Die Projekte werden durch eine Fachjury nominiert. Danach ermittelt der Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes die Preisträger 2016.

Insgesamt werden 11.000 Euro an die Preisträger vergeben!

Alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland können sich mit ihrem Projekt bewerben! Bewerbungsschluss ist der 29. Februar 2016. Wer bei einem Projekt maßgeblich mitgewirkt und mitbestimmt hat, kann das Projekt einreichen. Dazu muss einfach ein Bewerbungsformular mit Unterstützung eines Projektbetreuers ausgefüllt werden.

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5.
Förderprogramm „Vielfalt in Partizipation“: Ausbau von Beteiligungsformen für junge Menschen aus dem Zukunftsplan Jugend

Das Förderprogramm „ViP“ unterstützt Projekte, die dem Ausbau und die Weiterentwicklung von Formen der Partizipation junger Menschen bis 27 Jahren beabsichtigen. Partizipation wird dabei weit gefasst und meint hier die aktive und verantwortliche Mitgestaltung der Gesellschaft. Der Programmbeirat wählte 35 Projekte aus, die im Rahmen des Programmes „Vielfalt in Partizipation“ gefördert werden, 15 Modell- und 20 Mikroprojekte (Details zu den Projekttypen in der Ausschreibung). 

Die Projektträger sind sehr heterogen: So werden Projekte von Kommunen und Landkreisen und darüber hinaus von der verbandlichen, kulturellen, offenen und mobilen Jugendarbeit als auch der Jugendsozialarbeit unterstützt und gefördert.

Bei den geförderten Projekten steht entweder die politische Beteiligung junger Menschen oder die Engagementförderung Jungendlicher im Mittelpunkt. Hierbei richten sich die Maßnahmen gezielt an junge Menschen, die man als im gesellschaftlichen Leben unterrepräsentiert bezeichnen kann, oder an milleuübergreifende Ansätze. Am Freitag, den 11.12.2015 fand die Auftaktveranstaltung für alle Projektverantwortlichen zum Förderprogramm stand.

Ein Beispiel für ein sehr vielversprechendes Modellprojekt mit dem milleuübergreifenden Ansatz mit dem Schwerpunkt politische Beteiligung von Jugendlichen verfolgt der Kreisjugendring Ravensburg e.V. mit dem Projekt „Abendteuer Zukunft – ViP im Landkreis Ravensburg“. Hier beabsichtigt der Kreisjugendring Ravensburg anhand von drei Modellstandorten im Landkreis Ravensburg mit dem Projekt die Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum.

Ein gelungenes Beispiel für ein Mikroprojekt mit der Zielgruppe der jungen Menschen, die im gesellschaftlichen Leben unterrepräsentiert sind mit dem Schwerpunkt „Engagementförderung“ ist jenes vom Stadtjugendring Reutlingen e.V., „SMVen in die Pole Position“. Hier will der Stadtjugendring Reutlingen mit verschiedenen Maßnahmen die Arbeitder der Schülermitverantwortungen (SMV) im Stadtgebiet Reutlingen stärken. Insbesondere soll es hierbei darum gehen, Jugendlichen für diese Tätigkeit zu gewinnen.

Mehr zum Programm beim Landesjugendring Baden-Württemberg

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6.
Deutsches Kinderhilfswerk: Integration von Flüchtlingskindern stärker in den Fokus rücken

Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft Bund, Länder und Kommunen dazu auf, im Jahr 2016 die Integration von Flüchtlingskindern stärker in den Fokus der Politik zu rücken. „Bei der Integration von Flüchtlingskindern ist in den letzten Monaten viel Gutes passiert. Hier verdient die Arbeit der vielen Hunderttausend Ehrenamtlichen unseren allerhöchsten Respekt. Trotzdem sind noch viele Baustellen offen. Wir dürfen nicht nachlassen, die Integration von Flüchtlingskindern in unsere Gesellschaft voranzutreiben. Hierbei kommt Kitas, Schulen und dualer Ausbildung große Bedeutung zu, ebenso wie allen Vereinen, Initiativen und Projekten, die sich auf verschiedensten Wegen um ein gutes Ankommen der Flüchtlingskinder verdient machen. Nur gemeinsam schaffen wir nachhaltig ein respektvolles und an den Kinderrechten ausgerichtetes Miteinander“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes braucht es zur Integration von Flüchtlingskindern in den Kita-Alltag Erzieherinnen und Erzieher, die interkulturelle Kompetenzen und Diagnosefähigkeiten besitzen, um die Begabungen von Flüchtlingskindern besser zu erkennen und zu fördern. Darüber hinaus bietet der Besuch einer Kindertageseinrichtung eine wichtige Abwechslung vom oftmals tristen und anregungsarmen Alltag in den Flüchtlingsheimen. Das Recht auf Bildung und Ausbildung wird am besten durch eine umfassende Schulpflicht sichergestellt. Schulen, Sprachlerneinrichtungen und Vorbereitungskurse müssen für Kinder aber tatsächlich zugänglich sein, also örtlich erreichbar. Dafür ist es unbedingt notwendig, dass entsprechende Ressourcen für Transport- und Lehrmittel zur Verfügung gestellt werden.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 01.01.2016

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7.
Repräsentative Umfrage zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland

Die Bereitschaft der Deutschen, Flüchtlingen zu helfen, ist ungebrochen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Sozialwissenschaftliche Institut (SI) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) heute in Hannover veröffentlicht hat. So können sich mehr als die Hälfte (51 Prozent) der über 2000 Befragten vorstellen, ein Flüchtlingsheim in ihrer Nähe zu unterstützen. Elf Prozent der Befragten haben das bereits in der Vergangenheit getan. 37 Prozent geben an, Sachspenden für Flüchtlinge geleistet zu haben. Weitere 48 Prozent können sich vorstellen, künftig zu spenden. Mit 13 Prozent ist auch die Bereitschaft, selbst Flüchtlinge aufzunehmen, immer noch hoch. Das aktuelle Engagement für Flüchtlinge (10,9 Prozent der Deutschen) liegt damit sogar noch etwas höher als im Sport, dem ansonsten größten Engagementbereich in Deutschland (10,1 Prozent der Deutschen).

Ein „Kippen der Stimmung“, wie es bisweilen vorausgesagt wurde, lässt sich in der Studie, die auch von der Diakonie Deutschland mitgetragen wurde, nicht ablesen. Auf die Frage „Wird Deutschland Ihrer Ansicht nach die Herausforderungen durch die Aufnahme der Flüchtlinge bewältigen?“ antworteten lediglich knapp 16 Prozent mit „ganz sicher nicht“. Die überwiegende Mehrheit (rund 60 Prozent) ist in der Prognose noch nicht endgültig festgelegt. „Skepsis und Zuversicht halten sich die Waage“, urteilt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. „Die Chancen für eine gelingende Integration stehen gut, wir müssen diese Herausforderung nun mit umsichtigen und gut abgestimmten professionellen Handeln gestalten . Dazu wird die Diakonie mit ihren vielen Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe ihren Beitrag leisten.“ Dass Deutschland Menschen in existentieller Not zur Seite steht, wird sich nach Meinung von mehr als 88 Prozent der Befragten positiv auf Deutschland auswirken.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 22.12.2015

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8.
Experten fordern einheitliche Schulpflicht für Flüchtlingskinder in allen Bundesländern

Die Mehrzahl der syrischen Flüchtlingskinder ist in besorgniserregendem Maß massiv körperlich und psychisch belastet. Mehr als ein Drittel der syrischen Flüchtlingskinder in Deutschland leidet unter einer psychischen Störung, die Mehrzahl hat eine körperliche Krankheit. Dies zeigt eine Untersuchung von Ärzten des Klinikums rechts der Isar (Prof. Peter Henningsen, Sigrid Aberl) und der Technischen Universität München (Prof. Volker Mall) in einer bayerischen Erstaufnahmeeinrichtung.

63 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen hatten Karies, 25 Prozent Erkrankungen der Atemwege. Bei 42 Prozent fehlten Impfungen. Jedes zehnte Kind musste akut behandelt werden. Besonders gravierend ist es aber, dass 22 Prozent der syrischen Kinder unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, 16 Prozent unter einer Anpassungsstörung. Eine PTBS kann bei Kindern Schlafstörungen, Alpträume und Entwicklungsrückschritte nach sich ziehen. Der hohen Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Belastungsstörungen, emotionalen Störungen wie auch körperlichen Erkrankungen wird man auf Dauer nur mit einem ausgeklügelten Stufenplan zur psychotherapeutischen Betreuung begegnen können, ist Mall überzeugt. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) sieht ein hohes Risiko, dass viele der psychischen Gesundheitsprobleme zu einer langfristigen Beeinträchtigung der Kinder und Jugendlichen führen. Sowohl Kriegserfahrungen und Flucht gelten als erhebliche Risikofaktoren, wobei es auch auf deren Umstände ankommt, erläutert DGSPJ-Präsident Dr. Christian Fricke. Hier wiegt es besonders schwer, dass 60 Prozent der Untersuchten länger als 10 Monate auf der Flucht waren. Diese lange Dauer stellt einen Risikofaktor zur Entwicklung einer Belastungsstörung dar, so Mall.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung der Robert Bosch Stiftung vom 17.12.2015

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9.
„Internet ist gleich mit Essen“ - Studie zur Bedeutung der digitalen Medien für das Leben und Überleben von unbegleiteten Flüchtlingskindern

Digitale Medien spielen für das Leben und Überleben von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eine zentrale Rolle, insbesondere während der Flucht und nach der Aufnahme in Deutschland. Während ihrer Flucht dienen Mobiltelefone und soziale Netzwerke vor allem dazu, Fluchtwege zu organisieren, Kontakt mit der Familie aufzunehmen, Notrufe abzusetzen, und relevante Informationen über Fluchtwege durch Nachrichtenaustausch und Navigations-Apps zu erhalten. In Deutschland stehen für sie die Kommunikation mit der Familie, das Erlernen der deutschen Sprache, der Austausch mit Gleichaltrigen und die Information über Nachrichten im Vordergrund. Das sind die zentralen Ergebnisse einer explorativen Studie der Universität Vechta und des Deutschen Kinderhilfswerkes über die Nutzung digitaler Medien durch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

„Insgesamt sind digitale Medien und Dienste für die soziale und bildungsbezogene Teilhabe der jungen Flüchtlinge immens wichtig und alternativlos. Gleichzeitig sind sie nur unter erschwerten Bedingungen verfügbar, da in den Inobhutnahmeeinrichtungen Internet und Computer wenn überhaupt nur sehr eingeschränkt für die jungen Flüchtlinge zugänglich sind – teils aus technischen, teils aus erzieherischen Gründen. Dabei eröffnet der Zugang zu den digitalen Medien in vielerlei Hinsicht integrierende Potenziale – über die Verbindung mit Peers aber auch mit Fachkräften, das Erlernen der Sprache, die Orientierung in der Aufnahmekultur und den neuen Orten. Digitale Medien haben sowohl eine verbindende Funktion, im Kontakthalten mit der Herkunftsfamilie, Verwandten an anderen Orten und Peers, als auch eine Brückenfunktion in die Aufnahmegesellschaft. Deshalb brauchen gerade unbegleitete Flüchtlingskinder einen besseren Zugang zu digitalen Medien als bisher“, sagt Prof. Dr. Nadia Kutscher, Professorin für Soziale Arbeit und Ethik an der Universität Vechta.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 09.12.2015

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10.
Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin fordert von der Politik Stufenplan für Flüchtlingskinder

Die Mehrzahl der syrischen Flüchtlingskinder ist in besorgniserregendem Maß massiv körperlich und psychisch belastet. Mehr als ein Drittel der syrischen Flüchtlingskinder in Deutschland leidet unter einer psychischen Störung, die Mehrzahl hat eine körperliche Krankheit. Dies zeigt eine Untersuchung von Ärzten des Klinikums rechts der Isar (Prof. Peter Henningsen, Sigrid Aberl) und der Technischen Universität München (Prof. Volker Mall) in einer bayerischen Erstaufnahmeeinrichtung.

63 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen hatten Karies, 25 Prozent Erkrankungen der Atemwege. Bei 42 Prozent fehlten Impfungen. Jedes zehnte Kind musste akut behandelt werden. Besonders gravierend ist es aber, dass 22 Prozent der syrischen Kinder unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, 16 Prozent unter einer Anpassungsstörung. Eine PTBS kann bei Kindern Schlafstörungen, Alpträume und Entwicklungsrückschritte nach sich ziehen. Der hohen Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Belastungsstörungen, emotionalen Störungen wie auch körperlichen Erkrankungen wird man auf Dauer nur mit einem ausgeklügelten Stufenplan zur psychotherapeutischen Betreuung begegnen können, ist Mall überzeugt. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) sieht ein hohes Risiko, dass viele der psychischen Gesundheitsprobleme zu einer langfristigen Beeinträchtigung der Kinder und Jugendlichen führen. Sowohl Kriegserfahrungen und Flucht gelten als erhebliche Risikofaktoren, wobei es auch auf deren Umstände ankommt, erläutert DGSPJ-Präsident Dr. Christian Fricke. Hier wiegt es besonders schwer, dass 60 Prozent der Untersuchten länger als 10 Monate auf der Flucht waren. Diese lange Dauer stellt einen Risikofaktor zur Entwicklung einer Belastungsstörung dar, so Mall.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) vom 09.12.2015

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11.
Internet Guide für Kids – Deutsches Kinderhilfswerk, fragFINN.de und FSM veröffentlichen interaktive Online-Version

Der Internet Guide für Kids, eine Broschüre zum Umgang mit dem Internet extra für Kinder, ist jetzt als interaktive Online-Version erschienen. Die neue, durch die Auerbachstiftung geförderte Online-Publikation des Deutschen Kinderhilfswerkes, der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) und der Kindersuchmaschine fragFINN.de wurde als Blog entwickelt und bietet Kindern vielfältige Zugangsmöglichkeiten zu Themen der Internetnutzung. Unter http://www.kindersache.de/internetguide kann der neue Blog entdeckt werden.

Mit Hilfe des Internet Guides lernen Kinder, sich sicher im Netz zu bewegen. Sie erfahren mehr über Möglichkeiten und Funktionen des Internets und werden dabei auch über mögliche Risiken aufgeklärt. Es gibt Hilfestellungen, wie sie eigenverantwortlich mit privaten Daten umgehen, Werbung im Internet erkennen oder sich vor Viren oder Spam-Mails schützen. Leo und Lupe, die Kindermaskottchen des Deutschen Kinderhilfswerkes, fungieren als Blog-Autoren und laden die Kinder ein, mit ihnen gemeinsam das Internet zu entdecken. So finden sich wie in der Broschüre konkrete Sicherheitstipps zum Beispiel für Chaträume und Communities und ein Lexikon. Die Linktipps zu Kindersuchmaschinen und -portalen sowie Nachrichtenseiten und Onlinezeitschriften sind auf dem neuesten Stand.

„Wo kann man das Internet besser entdecken, als im Internet selbst? Der neue Blog lädt Kinder ein, das Internet aktiv zu erforschen und sich gleichzeitig über Möglichkeiten, aber auch Risiken zu informieren. Mit der Anbindung an unsere Kinderwebsite kindersache.de holen wir Kinder genau dort ab, wo sie eh gerne ihre Zeit verbringen. So lässt sich Spaß ganz einfach mit Lerninhalten verbinden“, so Luise Schmidt, Referatsleiterin Kultur und Medien des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 15.12.2015

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12.
Jährlicher Report der EU-Kommission zur Umsetzung der EU-Grundrechtecharta

In dem vorliegenden fünften Report der EU-Kommission, der sich mit der Umsetzung der EU-Grundrechtecharta in 2014 in der EU und den Mitgliedsstaaten auseinandersetzt, werden auch die Kinderrechte ausführlich thematisiert. Der Report kann als pdf eingesehen werden (englisch), begleitend die Einschätzung zum Report. durch das europäische Netzwerk Eurochild.

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13.
Positionspapiere der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ zu Kinderrechten ins Grundgesetz und der Stärkung kommunaler Kinder- und Jugendbeteiligung

Das Grundgesetz sieht Kinder und Jugendliche vorwiegend aus dem Blickwinkel der Zugehörigkeit zu ihren Sorgeberechtigten und teilt ihnen damit im Prinzip die Rolle als Bezugspunkt elterlicher und staatlicher Sorge (Art. 6 Abs. 2 Satz 2 GG; § 1 Abs. 2 SGB VIII) zu. Aus Sicht der AGJ spiegelt eine solche Stellung von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft die Art und Weise, wie sie im öffentlichen Bewusstsein wahrgenommen werden, nicht umfassend genug wider. Die AGJ nimmt daher erfreut wahr, dass es in Deutschland inzwischen eine breite Unterstützung für die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung gibt und begrüßt die zahlreichen Initiativen hierzu. Die in der AGJ organisierten Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe sind sich ebenfalls einig: der Schutz, die Förderung und die Partizipation von Kindern und Jugendlichen sind im Grundgesetz zu stärken. Hierfür müssen Staat und Gesellschaft ihr Handeln stärker als bisher auf ihr Wohl ausrichten. Daher unterstützt die AGJ insbesondere jene Vorschläge, die eine Verankerung von Kinderrechten im Artikel 2 GG vorsehen und führt dieses in ihrem Positionspapier "Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz" weiter aus. Das Positionspapier ist hier als pdf zu finden.

Darüber hinaus fordert die AGJ eine Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung auf kommunaler Ebene. Anhand der in dem Papier aufgeführten Beteiligungsrechte und -standards sowie Interessen und Themen junger Menschen, lassen sich diverse Beteiligungsformate aufzeigen, die auf die jeweiligen kommunalen Gegebenheiten Anwendung finden können. Das Papier ist hier als pdf zu finden.

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14.
Kabinett beschließt Bericht zur Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes

Das Bundeskabinett hat den Bericht zur Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes beschlossen. Insgesamt zeigt die Evaluierung, dass seit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2012 viel für den Schutz von Kindern erreicht wurde. Gleichzeitig wird deutlich, dass weitere Verbesserungen im Kinderschutz notwendig sind.

"Jedes Kind hat ein Recht darauf, gut und sicher aufzuwachsen. Leider sieht die Realität auch in Deutschland manchmal anders aus", sagt Bundesjugendministerin Manuela Schwesig. "Das Bundeskinderschutzgesetz war ein sehr wichtiger Schritt für die Verbesserung des Kinderschutzes in Deutschland. Durch das Gesetz wurden die Rechte von Kindern und Jugendlichen insgesamt gestärkt.

Folgende Evaluationsergebnisse zeigen, dass der Kinderschutz in Deutschland grundsätzlich wirksam und verlässlich ist:

    Die Vernetzung der wichtigen Akteure im Kinderschutz funktioniert gut.

    Hausbesuche werden flächendeckend zur Einschätzung von Gefährdungslagen  
    durchgeführt.

    Jugendämter informieren sich gegenseitig verstärkt über Hinweise zu     
    Kindeswohlgefährdungen.

    Aufgrund von einschlägigen Eintragungen im Führungszeugnis werden
    schätzungsweise jährlich ca. 100 Personen von Tätigkeiten in der Kinder- und
    Jugendhilfe ausgeschlossen.

   Eltern, schwangere Frauen und werdende Väter werden verstärkt über Hilfs- und
   Beratungsangebote informiert.

   Werdende und junge Eltern werden von den Angeboten der Frühen Hilfen erreicht -
   z.B. durch den Einsatz von Familienhebammen oder durch Elternbegleiter.

"Mit den Angeboten der Frühen Hilfen finden Familien, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden und sich im Alltag überfordert fühlen, einfach Hilfe. Deshalb werden wir die Kommunen in Zukunft dauerhaft mit 51 Millionen Euro jährlich finanziell unterstützen. Kinderschutz darf nicht von der Kassenlage der Kommunen abhängen", so die Ministerin.

Mehr dazu in der Quelle: Pressemitteilung des BMFSFJ vom 16.12.2015

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15.
SPIELRAUM:TALKS im Rahmen der Grünbau auf der bautec Berlin am 16. Februar 2016

In Kooperation mit der Fachzeitschrift Playground@Landscape organisiert das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. mit Hilfe der Bündnismitglieder wieder die alle zwei Jahre stattfindenden SPIELRAUM:TALKS. Wir haben ein spannendes Programm zusammengestellt. Die Vorträge am Vormittag stehen unter dem Motto „Vielfalt“ und behandeln Themen der Inklusion, des geschlechtsspezifisches Spielverhaltens, das Problem des Rückbaus von Spielflächen, die Schaffung von Spielgelegenheiten für Flüchtlingskinder und die Schaffung kreativer Spielmöglichkeiten in der Innenstadt. Die Podiumsdiskussion am frühen Nachmittag befasst sich mit dem Problem innerstädtischer Konkurrenzen um freie Spielflächen. Wer sich im Vorfeld über die Messe für die SPIERAUM:TALKS anmeldet, erhält eine kostenlose Tageskarte.

Weitere Informationen in der Programmankündigung.

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