Ihr Newsletter wird nicht korrekt dargestellt? Klicken Sie bitte hier.
Newsletter Kinderpolitik
Newsletter Kinderpolitik
Inhalt dieses Newsletters
1. Kita-Qualität aus Sicht der Kinder
2. Menschenrechtsbildung in der Kita - Positionspapier des Deutschen Instituts für Menschenrechte veröffentlicht
3. Wer es sich leisten kann: Erhebliche Unterschiede bei den Gebühren von Kindertagesstätten
4. Migrantinnen und Migranten in der Frühen Bildung unterrepräsentiert
5. Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund: Was Schulen und Lehrkräfte dazu beitragen können
6. Kinderkommission des Deutschen Bundestages veröffentlicht Stellungnahme zum Thema „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“
7. Jugendstudie zum politisches Meinungsbild der 14- bis 17-Jährigen
8. Die estnische EU-Ratspräsidentschaft und ihre Prioritäten
9. Partizipation als Faktor zur Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern in prekären Lebenslagen
10. Arme Kinder sehen schlechter: mehr Prävention für sozial benachteiligte Familien gefordert
11. Arbeitsheft der Bundeszentrale für politische Bildung „Zusammen leben in Deutschland - jetzt versteh ich das!“
12. Bundesfamilienministerin Katarina Barley: „Jugendmedienschutz muss auch bei digitalen Medien greifen“
13. Förderfonds „Mehr Mut zum Ich“ des Deutschen Kinderhilfswerkes – Jetzt bis zu 10.000 Euro für Projekte für und mit Mädchen beantragen
1.
Kita-Qualität aus Sicht der Kinder

Gute Qualität in Kitas und Kindertageseinrichtungen ist entscheidend, wenn es darum geht, jedes Kind in Deutschland bestmöglich zu fördern. Dafür setzen sich Erzieherinnen und Erzieher, Träger, Verwaltung und Politik sowie Elternverbände jeden Tag ein. Ihre Perspektive ist in den vergangenen Jahren in den Qualitätsdiskurs eingeflossen.

Doch was macht eine Kita für Kinder eigentlich zu einer guten Kita? Was ist ihnen wichtig, wenn es um die Qualität ihrer Betreuungseinrichtungen geht? Genau das hat ein Team des Berliner Instituts für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) im Auftrag des Bundesprogramms Qualität vor Ort untersucht. Im Rahmen des ungewöhnlichen Forschungsprojekts haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Kindertageseinrichtungen in Deutschland bereist. Vor Ort haben rund 80 Vier- bis Sechsjährige den Wissenschaftler/innen gezeigt, was sie an ihrer Einrichtung besonders mögen.

Ein Ergebnis: Jungen und Mädchen im Kita-Alter wünschen sich die richtige Balance zwischen verlässlichen Strukturen, Anerkennung ihrer Individualität und dem ungestörten Spiel mit anderen Kindern. Und sie wissen intuitiv bereits sehr genau, was sie für ein gutes Aufwachsen brauchen. Die Erwachsenen in den Einrichtungen sollten sie deshalb direkt an Entscheidungen beteiligen, statt stellvertretend für sie zu sprechen – so die Schlussfolgerung der Untersuchung.

Mehr Infos: Abschlussbericht der Studie „Kita-Qualität aus Kindersicht“

nach oben
2.
Menschenrechtsbildung in der Kita - Positionspapier des Deutschen Instituts für Menschenrechte veröffentlicht

Menschenrechte müssen ein fester Bestandteil in den Strukturen und im Alltag von Kindertagesstätten und Kindergärten sein. Dies fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) in seiner neuen Publikation „Bewusstsein wecken, Haltung stärken, Verantwortung übernehmen. Menschenrechtsbildung in der frühen Kindheit“. Für eine Kita bedeutet das zum Beispiel, auf diskriminierende Äußerungen kompetent zu reagieren, sprachliche und kulturelle Vielfalt wertzuschätzen, Kinder an der Tagesgestaltung zu beteiligen und dem Personal ausreichend Zeit für Reflexionsprozesse und entsprechende Fortbildungen zur Verfügung zu stellen.

„Der Alltag in einer Kita bietet viele Möglichkeiten, an Menschenrechte anzuknüpfen“, erklärt Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung. In der Praxis spielten Menschenrechte und Menschenrechtsbildung heutzutage aber nahezu keine Rolle, bedauert die Mitautorin der Studie. Für die meisten
Kindertageseinrichtungen bedeute die Etablierung von Menschenrechtsbildung deshalb einen Prozess der Neuorientierung. Um sie dahingehend zu unterstützen, fordert Reitz, Menschen- und Kinderrechtsbildung in Bildungsplänen und Landesgesetzen zur frühkindlichen Förderung zu verankern.

Die Qualität von Kitas und Kindergärten, so die Autorinnen, sollte zukünftig auch danach bemessen werden, inwieweit sie zur Verwirklichung der Menschenrechte beitragen. Davon könnten Kinder, Familienangehörige und die pädagogischen Fachkräfte nur profitieren.

Mehr Infos: Positionspapier des DIMR (PDF)

nach oben
3.
Wer es sich leisten kann: Erhebliche Unterschiede bei den Gebühren von Kindertagesstätten

Die Professorin für Familien- und Bildungsökonomie C. Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in der Süddeutschen Zeitung einen Beitrag zu den erheblichen Unterschieden bei den Gebühren von Kindertagesstätten und der daraus resultierenden Ungleichheit veröffentlicht. Einleitend stellt sie klar, dass die Kosten für die Betreuung in Kindertageseinrichtungen weitgehend von der öffentlichen Hand getragen würden. Insgesamt seien diese Ausgaben in den vergangenen zehn Jahren um fast 115 Prozent gestiegen, was mit dem Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren zu tun habe. Zu den öffentlichen kämen Ausgaben aus dem privaten Bereich, der vorrangig Kita-Gebühren umfasse. Im Mittel würden Familien, deren Kinder eine Kita nutzen, 119 Euro im Monat dafür ausgeben.

All dies übersehe allerdings, dass es zwischen den Bundesländern, Gemeinden und Trägern erhebliche Unterschiede bei den Kita-Gebühren gebe. Und das, obwohl es bundeseinheitliche Regelungen gebe: Das Kinder- und Jugendhilfegesetz besage, dass Kostenbeiträge festgesetzt werden können. Dort sei festgeschrieben, dass Elternbeiträge zu staffeln seien, sofern das Landesrecht nichts anderes bestimmt. Letztlich bleibe es aber im Ermessen der Länder, welche Regelungen sie treffen. Aktuell werde nun darüber diskutiert, dass frühe Bildung vollkommen gebührenfrei sein solle. Was dies im Detail heiße, sei nicht immer klar. Fest stehe in jedem Fall: Auch künftig stehe der Bereich der frühen Bildung und Betreuung vor großen Herausforderungen, wenn es darum gehe, den weiteren Bedarf zu befriedigen, die Qualität flächendeckend zu verbessern und soziale Disparitäten im "U3-Bereich" zu verringern.

Mehr Infos: Beitrag auf der Webseite des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

nach oben
4.
Migrantinnen und Migranten in der Frühen Bildung unterrepräsentiert

Nur 11,1 Prozent der rund 456.100 Erwerbstätigen in der Frühen Bildung hatten im Jahr 2014 einen Migrationshintergrund. Auf dem Gesamtarbeitsmarkt liegt der Migrant/innenanteil dagegen bei 18,3 Prozent – damit sind Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund in der Frühen Bildung deutlich unterrepräsentiert. Im Berufsfeld der Primarstufen-Lehrkräfte fällt ihr Anteil mit 5 Prozent sogar noch geringer aus. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung auf Grundlage des Mikrozensus.

Die Gründe für die genannten Unterschiede sind vor allem beim Qualifikationsniveau zu suchen: 33 Prozent aller Erwerbstätigen mit Migrationshintergrund haben keine abgeschlossene Ausbildung – und damit kaum Chancen, in das fachlich stark regulierte Arbeitsfeld Frühe Bildung einzutreten. Von den rund 50.000 Migrantinnen und Migranten, die in der Frühen Bildung beschäftigt sind, haben jedoch andererseits mit rund 22 Prozent auffallend viele ein Studium an einer Hochschule oder Universität absolviert. Sie verfügen damit fast viermal häufiger über einen akademischen Abschluss als die Beschäftigten ohne Migrationshintergrund (6 Prozent).

Angesichts des absehbaren Fachkräftemangels in der Frühen Bildung fordert Professor Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts, vorhandene Potenziale zu aktivieren: „Ein Weg, um die bevorstehende Herausforderung des Fachkräftemangels zu meistern, liegt darin, junge Menschen mit Migrationshintergrund besser zu qualifizieren. Dadurch wird ihnen der Zugang in das Arbeitsfeld Frühe Bildung ermöglicht. Hier sind die bildungspolitischen Akteure in der Pflicht."

Mehr Infos: Pressemitteilung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) und Fachkräftebarometer Frühe Bildung

nach oben
5.
Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund: Was Schulen und Lehrkräfte dazu beitragen können

Nach wie vor haben vor allem Schülerinnen und Schüler mit einem türkischen oder arabischen Migrationshintergrund geringere Bildungschancen als Kinder ohne Migrationshintergrund. Eine Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universität zu Berlin und des Forschungsbereichs beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR-Forschungsbereich) untersucht die Bedeutung von Einstellungen und Erwartungen von Lehrkräften für migrationsbezogene Ungleichheiten im Bildungssystem und zeigt Strategien auf, mit denen die Leistungen von benachteiligten Schülerinnen und Schülern gezielt gefördert werden können.

Die Ergebnisse des am BIM durchgeführten Studienmoduls „Einstellungen von Lehrkräften gegenüber Vielfalt in der Migrationsgesellschaft“ zeigen, dass Lehrkräfte zu bestimmten Aspekten von Vielfalt liberaler eingestellt sind als die übrige Gesamtbevölkerung. Trotzdem bestehen weiterhin Vorbehalte gegenüber Personen mit muslimischem Hintergrund. „Nur 61 Prozent aller befragten Lehrkräfte meinen, Muslime seien genauso bildungsorientiert; dabei wurden hohe Bildungsaspirationen z. B. in türkeistämmigen Familien mehrfach wissenschaftlich belegt“, so Prof. Dr. Naika Foroutan, Leiterin des Studienmoduls am BIM. „Nicht nur die soziale, sondern auch die ethnische, kulturelle und religiöse Herkunft spielen in deutschen Klassenzimmern eine Rolle.“

Außerdem sind Leistungserwartungen von Lehrkräften für Kinder aus türkeistämmigen Familien geringer als für Kinder ohne Migrationshintergrund, selbst wenn sich deren Leistungen faktisch nicht unterscheiden. Verzerrte Erwartungen wirken sich auch auf das Lehrkrafthandeln im Unterricht aus und können Lernerfolge beeinflussen.

Mehr Infos: Pressemitteilung des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und Studie und Grafiken

nach oben
6.
Kinderkommission des Deutschen Bundestages veröffentlicht Stellungnahme zum Thema „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat am 10.07.2017 eine 11-seitige Stellungnahme zum Thema der „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“ veröffentlicht. In dieser widmet sie sich den Themen: Beteiligungsformen von Kindern und Jugendlichen, Kommunen und Jugendparlamente, Wahlrecht für Kinder und Jugendliche, Beteiligung bei Berufswahl und Berufseinstieg sowie frühkindliche Beteiligung und Öffentlichkeit kindgerecht gestalten.

In diesen Themenbereichen stellt die Kinderkommission eine Reihe an Forderungen auf, unter anderem die Festschreibung von Kinderrechten im Grundgesetz (besonders § 12 der UN-KRK), die Schaffung von Ombudsstellen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, die Schaffung bundesweit einheitlicher Qualitätsstandards für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, die Schaffung und Stärkung von Konzepten der digitalen Beteiligungsformen in parlamentarischen Institutionen, die Schaffung einer Bundesstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung, die Schaffung von Kinderbeauftragten / Kinderbüros auf Landes- und kommunaler Ebene und die Überprüfung kommunaler Verordnungen und Landesverfassungen auf ihre Barrierefreiheit zur Schaffung von Strukturen von Kinder- und Jugendbeteiligung.

Mehr Infos: Stellungnahme der Kinderkommission des Deutschen Bundestages (PDF)

nach oben
7.
Jugendstudie zum politisches Meinungsbild der 14- bis 17-Jährigen

Im Wahljahr 2017 spielt Politik auch für die unter 18-jährigen eine große Rolle. Ob im Gespräch mit Freundinnen und Freunden, in der Familie oder im Schulunterricht: Ein Drittel der 14- bis 17-Jährigen informiert sich aktiv über politische Themen. Das zeigt eine aktuelle politische Jugendstudie von BRAVO und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov.

Besonders das Thema "Innere Sicherheit" beschäftige junge Menschen: Zwei Drittel gaben an, dass ihnen dieses Anliegen sehr wichtig sei - sogar wichtiger als das Thema "Ausbildung". Insgesamt fühlten sich die Befragten von Politik und Parteien nicht ausreichend vertreten, identifizieren sich aber am ehesten mit den aktuellen Regierungsparteien.

Zwei Drittel der Jugendlichen meinten, sie hätten eher wenig Einfluss auf die aktuelle Politik und sogar nur jeder Zehnte habe das Gefühl, die Interessen der Teenager würden in der Politik gut vertreten. Die Aufmerksamkeit der Politikerinnen und Politiker richte sich ihrer Meinung nach vor allem auf Rentner/innen und Ältere: Fast 40 Prozent finden, die Politik bevorzuge die Interessen dieser Gruppe überdurchschnittlich.

Mehr Infos: Pressemitteilung von YouGov

nach oben
8.
Die estnische EU-Ratspräsidentschaft und ihre Prioritäten

Am 01.07.2017 hat Estland bis zum 31.12.2017 den zwischen den Mitgliedsstaaten rotierenden Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. Die Schwerpunkte der neuen Ratspräsidentschaft im Jugendbereich liegen auf smart youth work, Freiwilligenarbeit und der Vorbereitung einer neuen Jugendstrategie.

Im Mai 2017 haben die EU-Jugendminister/innen während ihres Treffens darüber gesprochen, wie junge Menschen mehr Mitsprachrecht bei der Gestaltung Europas erhalten können. Estland stellt deshalb das Thema smart youth work im Bereich Jugend in den Fokus seiner EU-Präsidentschaft. Smart youth work sei ein guter Weg, die Jugend aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden, Partizipation zu ermöglichen und sie auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Angestrebt wird dabei, sowohl IT-Lösungen für die Jugendarbeit als auch für Jugendliche selbst bereitzustellen. Fachkräfte der Jugendarbeit könnten somit leichter mit Jugendlichen kommunizieren, die sie bisher nicht erreichen konnten. Digital verbesserte Jugendarbeit soll Jugendlichen entgegenkommen und sich ihren Bedürfnissen anpassen.

Das zweite Ziel im Jugendbereich der estnischen Ratspräsidentschaft ist es, eine aktive Rolle beim Europäischen Solidaritätskorps einzunehmen, um mehr Möglichkeiten zu Freiwilligendiensten für die Jugend in Europa zu schaffen. Die EU-Jugendstrategie ist bis Ende 2018 gültig. Estland wird während der EU-Ratspräsidentschaft die Vorbereitungen und die Gespräche für eine neue Jugendstrategie, die bereits durch die maltesische EU-Ratspräsidentschaft begonnen wurden, weiterführen.

Mehr Infos: Bericht von DIJAB (Internationale Jugendarbeit) zur estnischen EU-Ratspräsidentschaft und ihren Schwerpunkte im Jugendbereich und Informationen zur EU-Jugendstrategie auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe

nach oben
9.
Partizipation als Faktor zur Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern in prekären Lebenslagen

Der eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft beschäftigt sich in seiner Ausgabe vom Juli 2017 im Fokus mit dem Thema Armut & Demokratie. Neben Beiträgen beispielsweise zum Armutsbericht 2017 und dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, diskutiert Nina Ohlmeier vom Deutschen Kinderhilfswerk in ihrem Beitrag das Thema „Partizipation als Faktor zur Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern in prekären Lebenslagen”. Die Grundlage für den Beitrag ist eine im Mai 2017 veröffentlichte gemeinsame Studie von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Deutschen Kinderhilfswerk mit dem Titel „Wirksame Wege zur Verbesserung der Teilhabe- und Verwirklichungschancen von Kindern aus Familien in prekären Lebenslagen“.

Die Studie befürwortet föderale Reformen für eine bessere Teilhabe von Kindern in Deutschland und fordert unter anderem ein Bundeskinderteilhabegesetz, das jungen Menschen aus Familien in prekären Lebenslagen einen Rechtsanspruch auf besondere Förderung und Teilhabe garantieren und konkrete Qualitätsstandards festschreiben soll. Es geht auch darum, durch solch ein Gesetz die demokratischen Beteiligungs- und Mitgestaltungsrechte von Kindern zu stärken. Nina Ohlmeier stellt in ihrem Gastbeitrag das geplante Gesetz vor und zeigt, wieso Mitbestimmung nicht nur für armutsbetroffene Kinder wichtig ist.

Mehr Infos: eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft (Ausgabe 07/2017), Beitrag von Nina Ohlmeier (PDF) und Studie (PDF)

nach oben
10.
Arme Kinder sehen schlechter: mehr Prävention für sozial benachteiligte Familien gefordert

Armut im Kindesalter kann eine gesunde Entwicklung des Sehvermögens gefährden. Das belegen Studien und die Ergebnisse von Schuleingangsuntersuchungen. So leiden Kinder aus sozial benachteiligten Familien häufiger an Sehschwäche oder schielenden Augen und fallen beim Sehtest öfter durch als Kinder aus wohlhabenderen Familien. Die Stiftung Auge fordert in diesem Zusammenhang mehr Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen. „Entscheidend ist, dass die am Entwicklungsprozess des Kindes unmittelbar beteiligten Personen wie Eltern, Lehrer/innen oder Erzieher/innen über mögliche Anzeichen von Augenerkrankungen bei Kindern aufgeklärt sind“, so Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge.

Wie sehr Armut die gesundheitliche Entwicklung beeinflusst, belegen Schuleingangsuntersuchungen an 4.802 Kindern, die zwischen 2010 und 2013 in Mülheim an der Ruhr in Nordrhein-Westfalen eingeschult wurden. Im Ergebnis zeigte die Studie, dass 25 Prozent der Kinder aus Familien im SGB-II-Bezug Probleme mit der sogenannten Visuomotorik hatten, also der Fähigkeit, das Sehen mit den eigenen Bewegungen zu koordinieren – bei den restlichen Kindern lag der Anteil lediglich bei 11 Prozent. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass Kinder aus Familien im SGB-II-Bezug seltener an der Früherkennungsuntersuchung U8 teilnehmen und weniger in Sportvereinen aktiv sind.

Mehr Infos: Pressemeldung der Stiftung Auge der DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (PDF) und Publikation der Bertelsmann-Stiftung und des Zentrums für interdisziplinäre Regionalforschung (2015) (PDF)

nach oben
11.
Arbeitsheft der Bundeszentrale für politische Bildung „Zusammen leben in Deutschland - jetzt versteh ich das!“

Was bedeutet es, sein Zuhause zu verlassen und an einem neuen Ort anzukommen? Welche Gründe kann es geben, sein Zuhause zu verlassen? Wie können Menschen, die unterschiedlich sind, gut miteinander auskommen und welche Rechte und Pflichten gibt es, damit ein gutes Zusammenleben möglich ist? Ein neues Arbeitsheft, welches von der Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit dem UNHCR entwickelt wurde, bietet für Kinder viele Anregungen, darüber nachzudenken und eigene Erfahrungen einzubringen.

Das Heft thematisiert Erfahrungen von Fremdsein und das Verlassen des Zuhauses aus ganz unterschiedlichen Gründen, z. B. wegen eines Arbeitsplatzwechsels, Trennung der Eltern, Flucht vor Krieg. Angesprochen werden sollen alle Kinder, ob mit oder ohne Fluchterfahrung. Wie leben Menschen mit ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten in einer Demokratie zusammen? Es soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Gleichberechtigung, Wahrung der Menschenwürde und Meinungsfreiheit die Basis für ein gedeihliches Miteinander in unserer Gesellschaft bilden. Anhand von Situationen aus dem Alltag der Kinder können Rechte und Pflichten des Einzelnen reflektiert und differenziert betrachtet werden.

Mehr Infos: Arbeitsheft als Download und Bestellmöglichkeit im Shop der Bundeszentrale für politische Bildung

nach oben
12.
Bundesfamilienministerin Katarina Barley: „Jugendmedienschutz muss auch bei digitalen Medien greifen“

Der digitale Wandel und die größtenteils mobile Mediennutzung verlangen dringend zeitgemäße Antworten, um Kindern und Jugendlichen sichere Räume für ein gutes, selbstbestimmtes und unbeschwertes Aufwachsen mit Medien zu ermöglichen. Neben den Chancen und Möglichkeiten ergeben sich auch neue Fragen – zum Beispiel: Ist die neuste App überhaupt geeignet für Kinder? Warum können Kinder einfach von Fremden angeschrieben werden und wie lässt sich vermeiden, dass sie mit verstörenden Inhalten konfrontiert werden? Cybermobbing, sexuelle Belästigung im Netz, exzessive Nutzung digitaler Medien und die Verbreitung persönlicher Daten – was sind die reellen Risiken?

Gemeinsam mit der Vorsitzenden der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), Martina Hannak-Meinke, unterzeichnet die Bundesfamilienministerin Katarina Barley am 18.07.2017 eine strategische Zielvereinbarung für einen neuen Fachbereich „Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit“ bei der BPjM. Mit dem neuen Fachbereich ebnet das BMFSFJ den Weg für die zwischen Bund und Ländern abgestimmte Novellierung des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) auf der Grundlage der Eckpunkte der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz.

In diesem Zusammenhang kommentierte Bundesfamilienministerin Katarina Barley: „Für einen modernen und verlässlichen Kinder- und Jugendmedienschutz sind nicht nur die Inhalte im Netz entscheidend. Es geht auch um die sich ergebenden Risiken, wenn Kinder und Jugendliche in Sozialen Netzwerken und über Spiele-Apps in Kontakt treten. Die jungen User brauchen besonderen Schutz und individuelle Förderung. Zusammen mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wollen wir Eltern, Kindern und Jugendlichen klare Orientierungshilfen für sichere Online-Kommunikation geben.“

Mehr Infos: Pressemitteilung des BMFSFJ und Positionspapier des Deutschen Kinderhilfswerkes „Mehr Transparenz im Jugendmedienschutz“

nach oben
13.
Förderfonds „Mehr Mut zum Ich“ des Deutschen Kinderhilfswerkes – Jetzt bis zu 10.000 Euro für Projekte für und mit Mädchen beantragen

Vereine, Einrichtungen und Initiativen haben noch bis zum 30.09.2017 die Möglichkeit, einen Antrag beim Förderfonds „Mehr Mut zum Ich“ des Deutschen Kinderhilfswerkes zu stellen. Ziel des Förderfonds ist die Finanzierung von Projekten, die sich im Rahmen von sozialer Arbeit mit Mädchen und ihren Müttern speziell dem Thema „Selbstwertgefühl von Mädchen“ widmen. Die Stärkung der Persönlichkeit von jungen Mädchen soll dabei den Mittelpunkt der Arbeit darstellen.

Dazu können Fördermittel für Projekte beantragt werden, die sich an Mädchen und gegebenenfalls ihre Mütter richten und einmalig, oder über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr stattfinden. Die Förderhöhe beträgt maximal 10.000 Euro als Festbetragsfinanzierung.

„Auch im Jahr 2017 ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft immer noch nicht erreicht. Uns als Deutschem Kinderhilfswerk ist es vor diesem Hintergrund besonders wichtig, Mädchen und jungen Frauen im Kindes- und Jugendalter ausreichend Selbstwertgefühl zu vermitteln und ihnen das Rüstzeug für ein Leben jenseits von Geschlechterklischees mitzugeben. Daher freut es uns besonders, dass wir dieses Jahr bereits zum fünften Mal mit der Spenden-Kampagne ‚Mehr Mut zum Ich‘ die Möglichkeit bekommen, Projekte für und mit Mädchen zu fördern, die dieselben Ziele verfolgen: Mädchen und junge Frauen auf ein selbstbestimmtes Leben in einer durch Vielfalt geprägten Gesellschaft vorzubereiten!“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Mehr Infos: Förderfonds „Mehr Mut zum Ich“ und Antragsformular und Förderrichtlinien

nach oben

Kennen Sie schon den allgemeinen Newsletter des Deutschen Kinderhilfswerkes? Hier bestellen



Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
Leipziger Straße 116 - 118
10117 Berlin
Fon: 030 - 308693-0
Fax: 030 - 308693-93
www.dkhw.de

Vereinsregisternummer: 15507
Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg
Umsatzsteuer-ID: DE167064766
Vorstandsvorsitzender: Thomas Krüger
Geschäftsführer: Holger Hofmann

Deutscher Spendenrat e.V.
Transparency International Deutschland e.V.
Newsletter abbestellen DKHW auf Facebook DKHW auf Twitter