Claudia Neumann

Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendbeteiligung

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Repräsentative Umfrage zum Weltspieltag 2022

Bedeutung des Draußenspielens für Kinder
hat in der Pandemie zugenommen

Geschlossene Freizeiteinrichtungen, Quarantäne, Kontaktbeschränkungen: Während der Corona-Pandemie konnten Kinder lange Zeit nicht wie gewohnt draußen spielen - sei es auf Spielplätzen, beim Sport im Verein oder beim Treffen mit Freunden. Die Bedeutung des Draußenspielens hat dadurch für sie zugenommen. Das zeigt eine represäntative Umfrage, die das Deutsche Kinderhilfswerk anlässlich des Weltspieltags am 28. Mai 2022 in Auftrag gegeben hat. Der Weltspieltag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wir brauchen Spiel und Bewegung – draußen und gemeinsam“.

Für die Umfrage hat das Politik- und Sozialforschungsinstituts Forsa Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren und Erwachsene gefragt, wie wichtig Ihnen das Draußenspielen ist. Erwachsene messen dem Draußensein von Kindern demnach weiterhin sehr große Bedeutung bei. Rund zwei Drittel (65 Prozent) geben an, dies äußerst wichtig zu finden, weitere 30 Prozent halten es für sehr wichtig, 3 Prozent für wichtig. Die Kinder und Jugendlichen sehen das anders: Nur 11 Prozent finden dies äußerst wichtig. 29 Prozent ist das Draußensein sehr wichtig, 32 Prozent ist dies wichtig.

Kinder sind wegen der Pandemie weniger draußen

Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich der Stellenwert des Draußenseins für Kinder und Jugendliche seit Beginn der Pandemie verändert hat. Für 24 Prozent der Befragten ist es seit der Corona-Pandemie wichtiger geworden, sich draußen aufzuhalten. Für 13 Prozent ist dies unwichtiger geworden. 62 Prozent bemerken keinen Unterschied. Gleichzeitig meints knapp ein Drittel der Erwachsenen, dass Kinder und Jugendliche wegen der Corona-Pandemie gar nicht mehr so oft draußen sind (32 Prozent). Seltener wird das von den Kindern und Jugendlichen selbst so gesehen (14 Prozent).

Holger Hofmann ist Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

"Seit der Corona-Pandemie ist es für Kinder und Jugendliche wichtiger geworden, sich draußen aufzuhalten. Das unterstreicht die Wichtigkeit von schnell und eigenständig erreichbaren Frei- und Außenräumen für Kinder und Jugendliche, damit sie hier nicht ausgebremst werden. Insbesondere in der Stadt- und Raumplanung und ebenso in der Bau- und Verkehrsplanung müssen die Belange von Kindern und Jugendlichen besser berücksichtigt werden."
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes

Nicht genügend Möglichkeiten zum Spielen

Rund die Hälfte der Erwachsenen (54 Prozent) meint, dass Kinder und Jugendliche manchmal nicht draußen spielen bzw. sich nicht draußen aufhalten können, weil es dafür nicht genug Möglichkeiten in ihren Wohnumgebungen gibt. 37 Prozent sehen den Grund dafür im zu gefährlichen Straßenverkehr, 36 Prozent meinen, dass Kinder und Jugendliche häufig nicht genug Zeit haben, um draußen zu spielen.

34 Prozent der Kinder und Jugendlichen sagen, dass sie häufig keine Zeit haben, um draußen zu spielen bzw. Zeit zu verbringen. 26 Prozent meinen, dass es in ihrer Nachbarschaft keine anderen Kinder bzw. Jugendlichen zum Spielen oder Zeit verbringen draußen gibt.

Mitmachaktion zum Weltspieltag #WSTLieblingsort

Wo spielen Kinder am liebsten? Auf der Spielstraße, auf einem abenteuerlichen Pfad im Wald, oder an einem ganz anderen Ort? Mit der Mitmachaktion #WSTLieblingsort rufen wir Kinder rund um den diesjährigen Weltspieltag dazu auf, uns ihre Lieblingsorte zum Spielen zu zeigen. Alle Informationen zur Teilnahme an der Aktion gibt es hier.

Auf die Frage, welche Maßnahmen es Kinder und Jugendlichen am ehesten erleichtern würden, draußen zu spielen bzw. Zeit zu verbringen, nennen knapp drei Viertel der Erwachsenen (71 Prozent) mehr Spiel- bzw. Aufenthaltsorte, die sich in Wohnnähe befinden (z.B. ein Spielplatz oder eine Wiese). Zwei Drittel meinen, dass die Einrichtung von naturbelassenen Flächen im Wohnumfeld, sogenannte Naturerfahrungsräume (66 Prozent) sowie in den Schulalltag integrierte Angebote, die das Spielen bzw. den Aufenthalt im Freien ermöglichen (64 Prozent), zu einer Verbesserung der Situation der Kinder und Jugendlichen führen würden. 54 Prozent halten kürzere und schnellere Wege zu Orten, wo man gut draußen spielen bzw. draußen sein kann (z.B. kostenloser öffentlicher Nahverkehr oder sichere Radwege) als geeignete Maßnahme, 45 Prozent meinen dies von mehr verkehrsberuhigten Bereichen.

Kinder wünschen sich mehr Natur im Wohnumfeld

Danach gefragt, welche Dinge ihnen das Spielen bzw. das Zeitverbringen draußen erleichtern würden, nennen 32 Prozent der Kinder und Jugendlichen kürzere und schnellere Wege zu Orten, wo man gut draußen spielen bzw. draußen sein kann (z.B. kostenloser öffentlicher Nahverkehr oder sichere Radwege). Jeweils 27 Prozent wünschen sich mehr naturbelassene Flächen im Wohnumfeld, wo man spielen oder sich aufhalten kann sowie mehr Spiel- bzw. Aufenthaltsorte, die sich in Wohnnähe befinden (z.B. ein Spielplatz oder eine Wiese). 21 Prozent sagen, dass mehr Angebote in der Schule, die das Spielen bzw. den Aufenthalt im Freien ermöglichen, vor allem im Rahmen von Ganztagsschulen, ihnen das Draußensein erleichtern würden.

Für die repräsentative Umfrage zum Weltspieltag 2022 wurden vom Politik- und Sozialforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes deutschlandweit 1.017 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren und 1.031 Erwachsene befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- drei Prozentpunkten.

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