Franziska Appelhagen

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Deutscher Kinder- und Jugendpreis

Die Nominierten 2023

Die Nominierten für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis 2023 in den Kategorien Politisches Engagement, Solidarisches Miteinander und Kinder- und Jugendkultur stehen fest! Es war eine schwere Entscheidung, aber alle Projekte, die sich beworben haben, sind Gewinner – für sich, für uns, für unsere Gesellschaft. Lernen Sie unsere Nominierten kennen! 

Wer hat über die Nominierungen zum Deutschen Kinder- und Jugendpreis entschieden?

Nachdem eine Fachjury aus Erwachsenen unter allen Bewerbungen eine erste Vorauswahl getroffen hatte, beschäftigte sich der Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes an einem Wochenende mit den ausgewählten Projekten. Die Kinder und Jugendlichen diskutierten intensiv über die Projekte. Am Ende war es – wie in jedem Jahr – keine leichte Entscheidung, wer es in die Endrunde schafft. Schließlich einigten sich die Jurymitglieder aber auf sechs Projekte und nominierten sie für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis.

Deutscher Kinder- und Jugendpreis: Kategorie Politisches Engagement
Kinder fordern mit Plakaten eine Spielstraße

Kids-Straße, Berlin-Halensee 

Beim Projekt „Kids-Straße“ setzen sich Kinder für eine temporäre Spielstraße ohne Autoverkehr ein. Schüler:innen der 5. Klasse der Halensee-Grundschule entwickelten im Rahmen einer bezirklichen Kinder- und Jugenddemokratiekonferenz ein eigenes Beteiligungsprojekt. Dafür besuchten sie bei einer Protestaktion mit selbstgebastelten Plakaten eine temporäre Spielstraße, auf der sie den Baustadtrat und die Staatssekretärin für Mobilität trafen. Sie trugen ihnen ihr Anliegen vor und überreichten ihnen vor Pressevertreter:innen einen Brief mit ihrer Forderung. 

Trotz einer ersten Absage für die temporäre Spielstraße im September 2022 bleiben die Kinder hartnäckig. Mit einer weiteren Gruppe bringen sie das Projekt seit Oktober 2022 voran – mit Erfolg! Die Spielstraße soll jetzt an fünf Terminen zeitnah umgesetzt werden.

Jugendliche spielen Computerspiele.

Freiburg zockt!, Freiburg 

Beim Projekt "Freiburg zockt" bekommen Jugendliche einmal im Jahr die Möglichkeit, dem Freiburger Oberbürgermeister direkt Fragen zu stellen: und zwar beim Zocken! Beim gemeinsamen Computerspielen können sie den Politiker im Chat live zu Themen befragen, die sie bewegen: zum Beispiel zum Klimaschutz, dem Schulsystem oder dem ÖPNV. Das Format ist besonders niedrigschwellig, spricht Jugendliche direkt in ihrer Lebenswelt an und baut Brücken zwischen Jugend und Politik.

In die Vorbereitung des Projekts sind die Jugendlichen umfangreich mit eingebunden: von der Spieleauswahl und der Plakatgestaltung bis hin zum Ablauf des Veranstaltungstages. Auch die Moderation übernehmen sie selbst. Das Projekt ist in Freiburg bekannt und beliebt: Rund 400 Jugendliche nahmen zuletzt an der Veranstaltung teil. 

Deutscher Kinder- und Jugendpreis: Kategorie Solidarisches Miteinander
Jugendliche bauen einen Luftfilter

OSAMD, Heidelberg

„OSAMD“ steht für „Open Source Air Monitoring Device“, also für eine quelloffene Luftqualitäts-Messstation. Im Alter von 17 Jahren entwickelte Paul Goldschmidt die erste Version dieser Messstation. Die Idee dazu kam ihm während der Coron-Pandemie. Um die Ansteckungsgefahr durch Aerosole zu verringern, wollten Schulen CO2-Ampeln nutzen. Doch für jede Klasse leisten konnten sich die meisten Schulen diese Geräte nicht.

Also entwickelte Paul seine eigene Messstation, die Lüftungsempfehlungen für Innenräume, beispielsweise für Klassenzimmer, geben kann. Dadurch können die Schulen ihre Lüftungszyklen optimieren und Energiekosten senken. Zudem können sich die Schüler:innen besser konzentrieren und die Ansteckungsgefahr durch Viren wird minimiert. 

Das Projekt entwickelte Paul vollständig ehrenamtlich. Außerdem leitet er Workshops an, damit andere Schüler:innen die Luftqualitäts-Messstation in zwei bis vier Schulstunden nachbauen können. Dabei lernen sie viel Neues über Hardwareentwicklung und umweltphysikalische Zusammenhänge. 

Ein umgebauter Hinterhof wird zum Treffpunkt für alle Generationen

Wir bringen Ringsleben zum Leben!, Berlin-Neukölln 

„Wir bringen Ringsleben zum Leben!“ ist ein Partizipationsprojekt, das durch die Initiative junger Menschen entstanden ist und zum Ziel hat, Jugendliche aus einem Wohngebiet am Rand von Berlin zu empowern und ihnen eine Plattform zu geben. Dafür haben Jugendliche im Sommer 2020 auf dem Parkplatz eines verlassenen Supermarktes eine Anlage für Open-Air-Veranstaltungen gebaut und zudem im Winter 2021 fünf Container zu einem Gemeinschafts- und Kulturraum recycelt. Die Jugendlichen, die die Initiative gründeten, haben es so geschafft, Angebote und Räume für junge Leute in Buckow aufzubauen, bei denen sie sich persönlich, intellektuell, künstlerisch und gemeinsam weiterentwickeln können.

Außerdem bringt der Ort den Dialog im Kiez, der oft als Problemsiedlung bezeichnet wird, in Gang. Erstmalig gab es beispielweise einen Runden Tisch, an dem nicht nur Akteur:innen und Träger über die Bewohner:innen Buckows und deren Konflikte reden, sondern die Bewohner:innen miteinander. Mit ihrem Projekt machen die Jugendlichen gesellschaftliche Teilhabe möglich und verändern einen von Kriminalität und Perspektivlosigkeit geprägten Sozialraum.

Deutscher Kinder- und Jugendpreis: Kategorie Kinder- und Jugendkultur
Ein Kind ist als Beethoven verkleidet.

Mensch-Beethoven!, Wernigerode 

Beim Projekt „Mensch-Beethoven!“ haben Schüler:innen der Freien Grundschule Wernigerode mit selbstgeschriebenen, humorvollen Dialogen und spannenden Geschichten aus gut recherchierten Quellen den Zuschauer:innen Beethoven nähergebracht. Bei der Erarbeitung der eindrucksvollen Inszenierung waren die Kinder maßgeblich an Schauspiel, Kostüm, Gesang, Musik und Tanz beteiligt. Das Musiktheater verwirklichten sie zusammen mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode.

Mit großem Engagement und Gemeinschaftsgeist schaffte es die Schule mit „Mensch-Beethoven!“ einen innovativen, kulturellen Beitrag zu leisten, um die in den vergangenen drei Jahren entstandenen Coronadefizite zu überwinden, die Persönlichkeiten der Schüler:innen zu entfalten und die Musikkultur ihres Wohnortes zu beleben.

Kinder bei einem Theaterprojekt

Theaterfilm "DIE EISDRACHEN", Lübeck 

Der inklusive Theaterfilm „DIE EISDRACHEN“ von Kindern und Jugendlichen aus Lübeck setzt sich vor allem mit den Themen Freundschaft, Einsamkeit, Isolierung und Hoffnung auseinander. Gedreht wurde der Film unter der Leitung des Theaterkollektivs Mixed Pickles, das sich seit über 25 Jahren in Lübeck für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzt. Das Kollektiv startete das Projekt im Jahr 2020 mit zehn Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 23 Jahren, die mehrheitlich eine Behinderung und aufgrund vielfältiger Zugangsbarrieren außerhalb dieses Projekts wenig Partizipations- und Teilhabemöglichkeiten an jugendtypischen Freizeitaktivitäten haben.

Aufgrund der damals aktuellen Coronalage wurde schnell deutlich, dass eine Aufführung ihres Theaterstücks vor echtem Publikum nicht möglich sein würde. So entstand die Idee, einen Theaterfilm zu drehen. Die Szenen entwickelten die Kinder in kleinen Gruppen. Im März 2021 feierte der Film Premiere und wurde online vor 400 Zuschauer*innen gestreamt. 

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