Die Goldene Göre - der Preis des Deutschen Kinderhilfswerkes

Das Deutsche Kinderhilfswerk vergibt auch in diesem Jahr die "Goldene Göre", den Preis für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung ihrer Lebenswelt. 
Die feierliche Preisverleihung findet am 28. November 2004 im Pomp Duck and Circumstance in Berlin statt. 

Das Juryverfahren sieht die Nomienierung von drei Projekten pro Kategorie durch die jeweiligen Fachjurys vor. Nominiert für die Goldene Göre 2004 sind: 

Kategorie Kinderpolitik

Kinder- und Jugendbüro Marzahn-Hellersdorf - Nicht ohne unsere Ideen-Stadtumbau Ost

Das vorliegende Projekt ist ein weiteres Angebot für Heranwachsende, sich in öffentliche Belange einzumischen und Demokratieerfahrung zu erweben. Der Prozess der Beteiligung, von der Idee über die Weiterentwicklung der Idee bis zum abgeschlossenen Projekt, die Recherchen, die Verteidigung und Präsentation stellt hohe Anforderungen an die Mädchen und Jungen. Diese waren aufgerufen, sich an einem Wettbewerb zur Ausgestaltung des Wohnumfeldes im Stadtteil Hellersdorf/Nord zu beteiligen. Zur Umsetzung der Ideen stand ein Jugendfonds zur Verfügung. In Klubs, Schulen und Sportvereinen tüftelten junge Menschen an Ideen und Vorhaben, um den Gebrauchswert ihrer Institution bzw. Einrichtung jugendgerechter zu gestalten. Eine Jugendjury begleitete den Prozess und kürte Preisträger. Die Umsetzung einiger Projekte machte einen zähen Aushandlungsprozess mit Ämtern des Bezirkes erforderlich, der in der Öffentlichkeit interessiert verfolgt wurde. Auf einer Bilanzberatung zeigten junge Leute stolz die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Stadt Tuttlingen, Stadtjugendreferat- Treffpunkt Lohmehlen

Die Jugendliche benötigen einen Treffpunkt, an dem sie sich aufhalten können, ohne jemanden zu stören oder vertrieben zu werden. Dieser Treff soll nach Wunsch der Jugendlichen wie eine große Bushaltestelle sein. Betroffene Jugendliche regten den Bau dieses Treffpunktes an. Die Planung und Durchführung des Projektes wurde unter Mitwirkung der Jugendlichen vollzogen. 

Stadtjugendring Ahrensburg e.V. -Kinder- und Jugendbeirat – Kinderhaus Gartenholz

Ein großer Schwerpunkt ist die Initiierung, Planung, Durchführung und Präsentation von Beteiligungsprojekten des Stadtjugendring und KiJuB Ahrensburg. Hier haben die Jugendlichen Rede- und Antragsrecht in allen städtischen Gremien. Die Planung des Kinderhauses im Stadtteil Gartenholz ist eine Initiative des Stadtjugendring mit Außenfläche (= Spielplatz Obstwiese) 
und KiJuB Ahrensburg. 

Methodisches Vorgehen: 

  1. Zukunftswerkstatt mit Kindern einer 3.Grundschulklasse
  2. Planungswerkstatt mit Kindern der KiTa im Stadtteil 
  3. Betreuung der Verwaltungs- und politischen Prozesses durch die Jugendlichen der KiJuB 

Planungswerkstatt mit Besuchern des Kinderhauses zum Thema Spielplatz Obstwiese, inhaltliche Konzeption des Trägers "Dt. Kinderschutzbund" mit Schwerpunkt Kinderrechte und Partizipation sowie Kooperation zwischen KiJuB und DKDB: Einrichtung und Betreuung einer Kinderrechte-Box.

 

Kategorie Kinderkultur

Dörfliche Begegnungsstätte Balow e.V. – 3. Chaostime: "Märchenhaftes - einmal ganz anders“ 

In Balow, einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern (373 EinwohnerInnen) organisieren die dort lebenden Jugendlichen jedes Jahr einen großen Dorfevent, mit Bühnenshow, Tanz, Geschichten und Spielen sowie Kaffee und Kuchen. "Chaostime" so der Titel der Veranstaltung, wird von den Jugendlichen komplett in Eigenregie realisiert, vom Drehbuch, über Bühnengestaltung, Technik und Werbung bis hin zum selbstgebackenen Kuchen. Die Erwachsenen dürfen lediglich Kaffee ausschenken. Die Veranstaltung, die 2004 zum dritten Mal stattfand, erfreut sich mit 150 Gästen (knapp die Hälfte des Dorfes) großer Beliebtheit bei Jung und Alt.


Sprengel Museum Hannover – Kunstfloß "Hundert.Tonnen.de" Huck Finn trifft Kurt Schwitters

Das Floß bzw. das Hausboot, "Hundert.Tonnen.de" bauten 24 Kinder und Jugendliche (6-16 Jahre) aus dem Kinder- und Jugendheim Limmer mit dem Künstler Franz Burkhard. Nach einer Planungsphase mit mehreren Besuchen im Sprengel Museum (verschiedene Workshops zum Thema), wo der rekonstruierte Merzbau von Schwitters als Anregung diente, wurde das Floß eine Woche lang auf dem Gelände des Kinderheims aus Fässern, alten Türen, Fenstern, Schrankfronten, Leisten und Brettern gebaut. An seinem Liegeplatz diente es den Kindern dann bis zum Wintereinbruch als schwimmende Laube, zum Spielen, Sonnen und Baden. Zahlreiche Experten waren ehrenamtlich beteiligt, die Genehmigungsverfahren waren aufwändig. Die Teilnahme am Projekt war für die Kinder freiwillig, dennoch arbeiteten 24 Kinder in allen Phasen des Projektes mit. Der Künstler wohnte während der Bauwoche bei den Kindern im Heim, so dass die Kinder eine persönlichere Beziehung zu ihm entwickeln konnten; manche Kinder arbeiteten auch außerhalb der gemeinsamen Bauzeiten an dem Floß weiter.


Kreative Kinderwerkstatt - Kindermuseum Halle e.V. – Kinder-Aktions-Ausstellung "Der Sekundenpropeller"

Das Kindermuseum Halle möchte Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten der Selbstreflexion mit künstlerischen Mitteln erschließen; besondere Aufmerksamkeit wird der Arbeit mit sozial Benachteiligten geschenkt. Die MitarbeiterInnen, Künstler, Designer und Sozialpädagogen, geben Anregungen, unterstützen technische Aufgaben, halten sich jedoch Inhaltlich eher zurück. Als Jahresprojekt mit offener künstlerischer Arbeit, in Projektwochen, Aktionen und Workshops entstand die hier vorgestellte Ausstellung. Das Thema "Zeit" wurde, so gehört es zum Konzept der Einrichtung, auf Kinderwunsch ausgewählt. Aus dem Projekt mit offenem Ausgang - zu Beginn stand lediglich eire anregende Grundstruktur - entstand eine facettenreiche Ausstellung, die sich mit den Ideen und dem Forscherwillen der Kinder weiterentwickelte und ständig veränderte. Kristallisierten sich während der Projektarbeit Einzelinhalte heraus, so wurden diese mit Spezialisten weiterentwickelt. Die Ausstellung lädt die Besucher (Kinder, Familien, Schulen, Kitas) ein, in der Ausstellung aktiv zu werden und etwas Selbstgebautes zu hinterlassen. "Der Sekundenpropeller" beleuchtet verschiedene Aspekte des Themas Zeit. Eingebunden in eine Rahmenhandlung, die mit Kindern zusammen erdacht wurde, erlebt man ein spannendes Spiel. In einem 500 qm großen, labyrinthartigen Domizil forschen "die Zeitsammler" über Werden und Vergehen, Vergangenheit und Zukunft, Relativität von Zeit, Zeitmessung und den flüchtigen Augenblick.

 

Kategorie Medien

Bürgerhaus der Stadt Ingolstadt - "kidnetting.de" - von kids für kids

kidnetting.de ist das medienpädagogische Projekt für Kinder. Ziele des Projektes sind die Förderung von Medienkompetenzen und von Kreativität. Durch die Veröffentlichung aller Beiträge, welche die Kinder im kidnetting.de-Kurs erarbeiten, soll Kinderkultur im Internet stärker vertreten werden. kidnetting.de ist als fünfmonatiger Kurs für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren geplant. Gleichzeitig bietet die Webseite www.kidnetting.de ein kindgerechtes Angebot, dessen Kernstück die Beiträge der Kurs-Kinder sind. Die Beiträge beweisen, dass Kinder durchaus anspruchsvolle Dinge am PC können. So erlangen sie Medienkompetenz für ihre Zukunft.


Paula-Modersohn-Schule Bremerhaven - Expedition ins Eis- Warum Eisbären keine Pinguine fressen

Zwei 7. Schulklassen aus Gera und Bremerhaven planen eine gemeinsame Fernseh-Live-Sendung zum Thema Leben und Arbeiten an den Polen. Sie gehen auf eine virtuelle Expedition ins Eis und lernen dabei selbstständig und eigenverantwortlich Wissenswertes über die Polarregionen. Zielsetzung war es die selbsterstellten und recherchierten Kurzbeiträge kindgerecht aufzuarbeiten. Zur Recherche dienten Bücher, das Internet, e-mails an Forscher und Filmmaterial des Alfred Wegner Instituts. Aus allen diesen Materialien sollten Informationen zu den unterschiedlichsten Gebieten gesammelt und medial für eine für Kinder verständliche Sendung aufbereitet werden. Das Studio wurde für die Sendung in die Hand der Schüler übergeben.


Spielmobil der Stadt Zirndorf – "Der Mord stand nicht auf der Speisekarte" WEB-ACTING -Online-Krimi Theater und Computer miteinander verwebben.

Das Spielmobil inszenierte zusammen mit 12 Kids zwischen 10 und 14 Jahren in der Comödie Fürth, einem privaten Theater und Unterstützer der Aktion, einen Online-Krimi, Arbeitstitel Web-Acting, "Die Premierenfeier", genannt. Die teilnehmenden Kinder wurden zu einer fiktiven Premierenfeier eingeladen. Neben der Einladung erhielten sie eine Rollenbeschreibung einer Figur, die an der Premierenfeier teilnimmt, dazu einige Informationen zum Szenario und wie einzelne Figuren miteinander verknüpft sind. In dieser Figur und Rolle nehmen sie an der Premierenfeier teil. Nach einem Theater-Warm-Up und einem Versteckspiel im Theater wurde der Krimi (Die Premierenfeier) dann im Theater gespielt. Auf der Premierenfeier verstarb plötzlich und unerwartet jemand. Wer hatte ein Motiv? Wer war der oder die Täterin? Wie löst man den Fall? Wie unterstützt oder blockiert man die Ermittelnden in seiner Figur und Rolle? Das Erlebte in der theatralen Improvisation wurde anschließend in den Faschingsferien als Online-Krimi für Nichtdabeigewesene aufbereitet. Dabei lernten die Kids, ihre entstandene Geschichte dramaturgisch korrekt und spannend ins Netz zu stellen, mit der Digitalkamera umzugehen, die Bilder zu bearbeiten (u.a. Fotomontagen, die entsprechenden Programme zu nutzen, die Seiten teilweise mit Musik zu hinterlegen und das Ganze als Suchspiel, als Online-Rätselkrimi zu installieren.

Kategorie Schule

Grundschule Fuldatal-Simmershausen - Wir- Werkstatt "Wasser schützen" - Kinder werden Experten

Mit der Methode der Wir-Werkstatt wurde ausgehend von den Fragen der SchülerInnen ein Konzept erarbeitet, welches die Beteiligung in jeder Phase des Vorhabens ermöglicht. Die SchülerInnen haben Wege gesucht, wie sie aktiv ihre Umwelt unter dem Schwerpunkt Wasser schützen können. Am Ende des Vorhabens stand eine Präsentation der Arbeitsergebnisse und eine Werteinschätzung der SchülerInnenleistungen durch die SchülerInnen.

Freinet-Schule Zerbst - "Musischer Tag"

Während des gesamten Schuljahres finden an jedem Freitag von 8.00-12.00 drei parallel laufende musische Angebote statt, jedes Angebot erstreckt sich über die Dauer von 7 Wochen, Jedes Kind nimmt für jeweils 7 Wochen an einem Angebot teil. Die Kinder erhalten so die Möglichkeit, intensiv an einem Projekt zu arbeiten. Die jeweilige Gruppe erhält Anregungen zur Umsetzung des Projektthemas von der Lehrkraft, die Kinder sind angehalten, eigene Vorstellungen zu entwickeln und Ideen praktisch umzusetzen. Es findet eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kindern und Lehrkräften statt. Am Ende steht die öffentliche Präsentation der Ergebnisse.

Gesamtschule Essen-Holsterhausen - Anlachen statt auslachen; Taten statt Warten; Mit dem Herzen sehen- Mutig sein; Jede zählt, jeder ist einzigartig!

Demokratie lernen und leben. Das Projekt zeigt, wie Kinderrechte und Partizipation als Grundprinzip in der Schulkultur verankert sind. Wesentliches Element ist ein von Kindern geleiteter Klassenrat, in welchem Kinder Demokratie lernen und leben. Weiterhin engagieren sich Schüler als Streitschlichter. 
Im Projekt „Verantwortung“ übernehmen Kinder und Jugendliche verantwortungsvolle Aufgaben in der Schule und im Gemeinwesen: Sie übernehmen Lesepatenschaften und sie trainieren Kinder im Sportverein. Anschließend berichten sie in der Schule über ihre Erfahrungen. 

Preisverleihung 2004  
Preisverleihung 2003